O Klang der Jugendromantik und deutscher Träumerei aus diesem Tal heraus, der wie von fernen süßen Glocken noch durch das Greisenalter tönt! –

Und diese Felsen, dieser Ort, die so noch klingen und Tausenden noch klingen werden, sollten dem Steinknacker ausgeliefert werden!? Damit einige geschickte Geschäftsleute gute Geschäfte machten, sollten die Felsen zu Straßenschotter verarbeitet werden und allmählich der Meißel sich hineinfressen in die Talwände, bis alles weggefressen ist, was an Schönheit und höheren Werten Tausenden zur Freude und Erquickung diente!?

Wir freuen uns mit dankbarem Herzen, daß diese Gefahr gebannt ist und schauen mit besonderer Liebe der stillen Stätte des Friedens in die tiefen Augen und versenken uns ganz in die Stimmung der Einsamkeit, des Alleinseins, Geborgenseins vor dem Tosen und Staub der Welt dort draußen.

»Selig, wer im stillen Lauschen

Einsam hier die Waldrast hält,

Wer beim flüsternd milden Rauschen

Das Getös vergißt der Welt.«

(Scheffel.)

Langsam steigen wir nun die Straße ins Tal hinab. Hier ist es zu schön, um auf dem Rade vorbeizufliegen, hier möchte man weilen und träumen, und warten, ob nicht irgend ein liebliches Wunder geschehen möchte, daß drüben aus dem Waldesdunkel die Elfen auf die leuchtende Wiese schweben oder daß die Elfenkönigin auf schlankem weißen Reh aus dem Dickicht kommt, an dir vorüberstreift und aus wundersamen Märchenaugen dir tief in die Seele schaut.