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Über Orts-, Straßen- und Hausnamen lesen wir in der »Schwäbischen Chronik« bemerkenswerte Ausführungen, denen wir folgendes entnehmen: »Zahlreiche neue Siedelungen, namentlich für Kriegsbeschädigte und Kriegsteilnehmer, sind geplant und werden in den nächsten Jahren entstehen. Den schon vor dem Krieg entstandenen wurden teilweise recht inhaltlose Namen gegeben. Entweder waren es Benennungen nach den Himmelsrichtungen (Südheim, Ostau, Westdorf, Nordheim) oder sonstige unschöne Bezeichnungen, wie Fabrikdorf, Hafenau usw. Für die neuen Siedelungen sollten bei der Namensgebung nur bewährte bodenständige Namen Verwendung finden. Am natürlichsten wirken stets die Bezeichnungen, die auf die alten Flur- und Markungsnamen zurückgehen, auf deren Gebiet die Siedlung angelegt wird. Oft läßt sich der Flurname ohne weiteres auch als Ortsname verwenden. Wo das nicht möglich ist, helfen die alten Endungen: -hausen, -hohen, -ingen, -heim, -stetten. Empfehlenswerter als diese Bezeichnungen sind jedoch Endungen, die auch die Lage der neuen Siedelung auf einem Berg, an einem Hang, in der Nähe einer Quelle, am Waldrand, im Wiesental usw. zum Ausdruck bringen. Hier seien nur einige zur Namenzusammensetzung geeignete Wörter aufgezählt: Berg, Eck, Horn, Halde, Bronn(en), Brunn(en), Wald, Busch, Holz, Wiese, Tal, Au, Heide, Ort, Lust. Wo kein passender Flurname vorhanden sein sollte, empfehlen sich Bezeichnungen nach der Lage, wobei sich aus den vorstehend aufgezählten Wörtern sehr klangvolle und ansprechende Namen zusammensetzen lassen: Waldlust, Bergeck, Buschhalden u. a. Zur Namengebung sind ferner die Namen von Tieren oder von Früchten vorzüglich geeignet, die im Siedelungsgebiet besonders stark vertreten sind. Wie vielsagend und anheimelnd wirken Namen wie Fuchsbau, Rehberg, Finkenwiese, Amseleck, Käferholz, Kirschhofen, Dinkelsbühl.

Aber nicht nur für die Siedelung selbst gilt es, schöne und mit der Natur verbindende Namen zu prägen, sondern auch die Straßen in den neuen Siedelungen müssen derartige Namen bekommen. Wie öde wirkt eine Friedrich-, Heinrich-, Olga-, Karl- oder Marienstraße! Hoffentlich werden unsere neuen Siedelungen nicht nur Straßen besitzen, sondern auch kleine einspringende Höfe, Winkel usw. und es werden die daranliegenden Häuser auch mit entsprechenden Namen versehen, z. B.: Im Schwarzhof, an der Waldach, im Winkelgarten, unter den Weiden, beim Apfelnest. Wie noch jetzt auf dem Land jeder Hof seinen besonderen Namen trägt und in den alten Stadtteilen viele Häuser ihre eigenen Namen haben, so sollten auch die Bewohner von Eigenheimen die alte Sitte wieder aufleben lassen und ihr Heim mit besonderen Namen schmücken. Wie anders klingt es und um wieviel behaglicher und gemütvoller ist es, im Waldeck, Eichenhof, Fichtenheim, Kirschgarten oder Heidenest zu wohnen, als in der Langestraße Nr. 119 oder in der Kanalgasse Nr. 111!« –

Gedenkblatt zur Erinnerung an die im Weltkriege 1914/1918 Gefallenen

Wir haben bereits in Heft 1/3, Band IX (1920), Seite 53 unserer »Mitteilungen« auf das preisgekrönte, vom Professor Arno Drescher stammende Gedenkblatt hingewiesen. Das Blatt war 120 Zentimeter lang, 74 Zentimeter breit und hatte somit eine Größe, die für viele Vereine ungeeignet war, weil in ihren Vereinsräumen der Platz zur Unterbringung fehlte. Ganz von selbst sind viele Vereine daher auf den Gedanken gekommen, die Felder links und rechts wegzulassen und nur das Mittelblatt, so, wie wir es hier abbilden, sich anzuschaffen. Die Namen der Gefallenen lassen sich in dem freien Felde zugleich mit dem Namen des Vereins unterbringen. Für das Vereinszeichen ist über dem Oval ein Platz gelassen.

Auf diese Weise ist es möglich, in solchen Fällen, wo wenig Mittel zur Verfügung stehen, ein bescheidenes Denkzeichen an die zu errichten, die im Glauben an eine glückliche Zukunft ihres Vaterlandes ihr Leben ließen.

Das Blatt ist zum Preise von 25 Mark durch unsere Geschäftsstelle Dresden-A., Schießgasse 24, I zu beziehen. Eine Bestellkarte liegt bei.

Das Blatt eignet sich zur Anschaffung für Vereine, für Schulen, für Geschäftsräume und macht in geschmackvollem, einfachem Rahmen einen sinnigen, dem Zweck entsprechenden würdigen Eindruck.

Heimatschutz – Heimatkunst – Heimatdichtung!