Abb. 4
Frohnauer Hammer
Nicht auf dem kirchlichen Gebiet allein liegt die Arbeit der Denkmalpflege, sie wendet ihre Fürsorge vielmehr auch allen anderen geschichtlich und künstlerisch wertvollen Bauwerken und Einzelkunstwerken zu. Um seines für sächsische Kultur und Volkskunst gleichermaßen hohen Wertes wurden im Jahre 1906 Schritte eingeleitet, den alten, malerisch gelegenen Frohnauer Hammer bei Annaberg der Nachwelt zu erhalten. Im Jahre 1908 trat der eigens für diesen Zweck geschaffene Hammerbund an Denkmalpflege und Heimatschutz mit der Bitte um Unterstützung heran, und es gelang auch das ganze Werk käuflich zu erwerben, so daß nunmehr Schritte zu dessen Erhaltung eingeleitet werden konnten. Noch ist hier freilich viel zu tun, soll das Hilfswerk zum erfolgreichen Abschluß kommen, und es sei darum auch hier noch einmal allen Freunden unserer Bestrebungen nahegelegt, für den Hammerbund und seine Ziele zu werben und damit beizutragen zur Erhaltung eines wertvollen Stückes alter sächsischer Kultur.
Abb. 5
Altes Brauhaus in Hohnstein (Sächs. Schweiz) umgebaut zum Rathaus
(Architekt Woldemar Kandler, Klotzsche)
Das allen Besuchern der Sächsischen Schweiz wohlbekannte Städtchen Hohnstein hat eine stimmungsvolle Zierde durch sein neues Rathaus erhalten. Die Stadtverwaltung hatte im Jahre 1917 mit feinem Verständnis für die Schönheit des alten Ortsbildes beschlossen, ein altes und baufällig gewordenes Wohnhaus, das unweit des Marktes, neben dem ehemaligen Brauereigebäude steht, zu erwerben und den Zwecken eines Rathauses anzupassen. Die Aufgabe ist mit Unterstützung von Landesamt und Heimatschutz in glücklichster Weise gelöst worden. Freundlich und eindrucksvoll steht heute der hohe Fachwerkgiebel im Stadtbilde da, und ein kleiner, neu hinzugefügter Dachreiter betont allein den besonderen Charakter des erneuerten Gebäudes. Es wäre erfreulich, wenn dies vorbildliche Beispiel der Stadtgemeinde Hohnstein noch recht viele Nachahmer finden würde. Gelegenheit dazu ist ja gerade heute, wo die Erstellung großer Neubauten fast unmöglich geworden ist, zu Genüge geboten.
Das mittelalterliche kleine Rathaus der Stadt Meerane, das von einem mächtigen Dachreiter bekrönt und mit einem reich gegliederten Renaissanceportal geschmückt ist, soll demnächst gleichfalls erneuert werden. Der häßliche, in Streifen ornamentierte Schieferbelag des Daches soll durch neuen, einfarbigen ersetzt werden und das sehr schadhafte Portal gründlich ausgebessert werden. Auch das kunst- und baugeschichtlich gleicherweise bekannte alte Rathaus in Plauen unterliegt zur Zeit einem Umbau. Dieser wird allerdings etwas gründlicher ausfallen, als es im Sinne der Denkmalpflege gelegen hätte. Die Stadt Plauen hat nun nach Abbruch des alten Schlosses Reusa und des Heynigschen Hauses nur noch wenig Reste alter wertvoller Baukunst sich bewahrt. Erfreulich ist in jedem Falle, daß das schöne Gösmannsche Haus mit seiner zum Teil ausgezeichnet erhaltenen und vornehmen Innenausstattung von der Stadt angekauft und als Ortsmuseum eingerichtet wurde. Plauen dürfte damit wohl eines der reizvollsten Ortsmuseen erhalten, die wir in Sachsen überhaupt besitzen.
Abb. 6
Alter kathol. Friedhof in Dresden-Fr. Innenansicht der Kapelle mit der Kreuzabnahme von Permoser.
In ganz ähnlicher Weise wäre aber, ohne große Schwierigkeiten, das jetzige Ortsmuseum der Stadt Zittau auszugestalten, wenn man sich entschließen könnte, die zur Verfügung stehenden Räume, Refektorium und zwei darübergelegene Säle des alten Franziskanerklosters rein für das Museum zu bestimmen und die Stadtbibliothek anderswo unterzubringen. Der an das Gebäude anstoßende alte Klosterfriedhof soll zudem nunmehr vom Refektorium aus direkt zugänglich gemacht und damit der Öffentlichkeit wiedergegeben werden. Wünschenswert wäre dann allerdings, daß auch für die Erhaltung der schönen barocken Gruftfassaden etwas getan würde.