Den alten Friedhöfen hat das Landesamt von je auch, soweit es im Rahmen der verfügbaren Mittel möglich war, seine Fürsorge gewidmet.

Abb. 7
Moritzburg, alte Postmeilensäule

Der innere katholische Friedhof zu Dresden, der als solcher auf einem 1721 von König August dem Starken angewiesenen Grundstück entstand, beherbergt eine ganze Anzahl wertvoller Grabdenkmäler des achtzehnten Jahrhunderts, die leider heute unter dem schädlichen Einfluß der rings entstandenen Fabriken und ihrer Verbrennungsprodukte schwer gefährdet erscheinen. Viele berühmte Dresdner sind hier zur Ruhe bestattet worden, von denen nur der Maler Casanova, Kügelgen, v. Schlegel und Permoser genannt seien. Des letzteren Grab zierte die von ihm selbst gebildete fast dreieinhalb Meter hohe Kreuzigungsgruppe in Sandstein, deren reine Formenschönheit bei der Art des verwendeten Materials besonders gelitten hatte. Es war darum ein glücklicher Gedanke, diese Gruppe in der erneuerten und zu dem Zwecke mit einem Nischenausbau versehenen Kapelle neu aufzustellen, wo sie jetzt im Rahmen der farbig gut abgestimmten Innenarchitektur auf das eindrucksvollste zur Geltung kommt. Auch diese Arbeiten wurden unter Förderung und mit Unterstützung der staatlichen Denkmalpflege durchgeführt. Doch welches Maß von Arbeit ist noch zu leisten, sollen auch nur die besten der vielen herrlichen Grabdenkmäler geschützt und erhalten werden, die Sachsens Friedhöfe, allen voran der alte Eliasfriedhof zu Dresden bergen!

Abb. 8
Postsäule in Reichenbach i. V.
Aufnahme von Oktober 1921

Auch eine andere Art von Denkmälern aus alter Zeit hat von je unter dem Schutze der Denkmalpflege gestanden. Es sind das die Postmeilensäulen, die auf Veranlassung und nach Verordnung des Königs August des Starken vom Jahre 1722 an in ganz Sachsen errichtet wurden. Eine große Anzahl derselben hat sich bis in unsere Zeit erhalten, und bei dem gestiegenen Verständnis auch für diese anspruchslosen Zeugen der Vergangenheit, ist ein großer Teil derselben heute wieder als Schmuckdenkmal zu Ehren gekommen. Auch das Landesamt hat zur Erhaltung vieler solcher Säulen das seinige mit Rat und Tat beigetragen. So wurden auf seine Veranlassung unter anderem die beiden Postsäulen in Moritzburg wiederhergestellt, die am Eingang der Hauptallee zum Schlosse stehen.

In der Hauptsache sind es die sogenannten Stadtsäulen, die hier in Frage kommen, wohingegen von den in der ersten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts gleichzeitig errichteten »Gantze-Meilensäulen« sich wohl nur wenige Stücke erhalten haben. Ein Exemplar einer solchen steht in Reichenbach auf der Kreuzleithe und wurde im Herbst dieses Jahres in dankenswerter Weise durch den dortigen Stadtrat aufgefrischt. Von der dritten noch kleineren Abart dieser Postsäulen, den »Einhalb-Meilensäulen« scheint nur noch ein Exemplar vorhanden zu sein, das im Wermsdorfer Revier unweit der Allee IV in Abteilung 10 steht. Vielleicht aber kann uns für weitere Stücke noch der oder jene Freund des Heimatschutzes einen Hinweis geben.

Damit soll für diesmal die Reihe der Beispiele aus dem Arbeitsgebiet der Denkmalpflege geschlossen werden. Hoffen wir, daß es staatlicher und privater Fürsorge und Unterstützung auch in der Folgezeit gelingt, die kulturerhaltende Tätigkeit der sächsischen Denkmalpflege nicht nur auf dem jetzigen Standpunkte zu erhalten, das würde, wie die ständig wachsenden Anforderungen an das Landesamt beweisen, keinesfalls genügen, sondern weiter auszubauen zu Nutz und Frommen alter sächsischer Kultur und ihrer Denkmäler, zur Zufriedenheit aller Freunde unserer schönen Heimat.

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