Abseits vom Großindustrieleben atmet man hier gut bäuerliche Luft. Noch ist der Ort verschont geblieben von groben baulichen Verunstaltungen hochbaulicher Art. Bäuerlich-landbürgerlicher Sinn waltet und schafft hier vom Sonnenauf- bis Sonnenuntergang nicht Arbeitszeitgesetzen, sondern dem Zeitweiser der Natur gehorchend.

Mitten im Ort – frei und hoch über dem Bett des Baches – steht die Kirche auf uralter, zur Verehrung göttlicher Allmacht geweihter Stätte, umgeben von ihrem umwehrten Kirchhofe, dessen grünberankte Mauern alte Denkmalskunst bergen.

Sie ist nicht als Werk einer »Ichkunst«, als ein Fremdkörper in die Umgebung »hineingesetzt«, sondern wächst in ihrer schlichten, maßvollen Bauart aus ihr heraus[9], als ein weiß verputzter, unter rotem Ziegeldach geschützter Bau mit markigem Turm, dessen ebenso bedachte Kuppelhaube bekrönt wird durch die grün und weiß gestrichene, formenreichere, offene Laterne, Haubenspitze und Wetterfahne mit der die Bauzeit kündenden Jahreszahl 1674.

So bildet auch hier die Kirche mit dem benachbarten alten Pfarrhause, den Bauernhäusern, Gartengehegen, dem Dorfbach, Strauch- und Baumbestand und der Straße eines jener uns lieben Dorfbilder, wie solche sich allerwärts in unseren sauberen oberlausitzer Ortschaften der erfreulichen Anschauung darbieten.

Die Bauanlage der, an Stelle eines durch Blitzschlag eingeäscherten Gotteshauses, um 1675 erbauten Kirche, übte vorbildlichen Einfluß aus auf die Gestaltung der später erbauten Kirchen in den benachbarten Ortschaften Hainewalde, Spitzkunnersdorf, Niederoderwitz und Eibau.

Das meisterliche Werk ist der verkörperte Ausdruck des Widerwillens gegen eine kleinliche Zerklüftung der Baumasse – ist ein Werk großzügiger Geschlossenheit, ein Beispiel, sprechend für die schlichte Eigenart des kernigen oberlausitzer Landbürgers, der nichtssagenden Äußerlichkeiten abgeneigt, solche Einfachheit schätzt, hegt und liebt.

Im Gegensatz zu dem fast nüchternen Äußeren, verbirgt sich hinter diesem das mit sicherem Können und edlem Geschmack gestaltete, mit Altar, Kanzel, Orgel und Lichtkronen kunstvoll ausgestattete Innere, dessen feierlich ruhige Gesamtwirkung durch eine erneuerte, sehr feinsinnige Farbengebung in weiß, grün und gold wohltuend gesteigert wird. Ein würde- und eindrucksvolles Ganzes ist es – ein anziehendes Herz der Kirchgemeinde.

Wanderers Wunschgedanken

Das Innere solcher schönen Landkirchen sollte man, wie es bei katholischen Kirchen meist üblich ist, durch Offenhalten einer Pforte in eine gesteigerte, lebensvolle Verbindung bringen, nicht nur für Glieder der Gemeinde, sondern auch für von fremdher kommende Freunde der Natur und Kunst, zum Erleben frei erwählter Ruhe- oder Weihestunden.

Deshalb möchten dem Wunsche derer, die vom Alltagsleben abgesondert, in frischfreier Natur auf friedvoller Stätte ein Kircheninneres betreten wollen – zum weilen und ruhen – keine Schranken entgegenstehen.