Unter den übrigen Bildern zeichnen sich mehrere durch ihren allegorischen (sinnbildlichen) Inhalt aus. Eines von ihnen soll offenbar den göttlichen Schutz darstellen. Eine weibliche Gestalt weist mit der ausgestreckten Rechten, in der sich ein Kreuz befindet, einen neben ihr sitzenden Mann auf einen im Hintergrund stehenden Tempel hin. Über dem Manne schwebt eine andere weibliche Gestalt, die mit einem Schild einen aus den Wolken zuckenden Blitz auffängt. Auf einem andern Bilde sieht man Herkules, der die Erdkugel an einem Band über die Schultern gehängt hat und am Stamme einer Palme in die Höhe klettert. Oben auf den Zweigen der Palme ruht eine zweite Kugel, vielleicht die Himmelskugel. Auf der Rückseite finden sich die Worte: »Dat gloria vires«, zu deutsch: »Der Ruhm verleiht Kräfte« oder in diesem Zusammenhange: »Der Erfolg spornt uns an, immer höheren Zielen zuzustreben«. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß hinter diesen Bildern freimaurerische Gedanken verborgen sind. Bis zum Erscheinen der »Zauberflöte« waren nur noch einundeinhalb bis zwei Jahrzehnte.
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Den Beschluß bildet ein vom Besitzer mit großer Gewissenhaftigkeit angelegtes alphabetisches Verzeichnis der Einzeichner. Man sieht, welchen Wert er dem Buche beigemessen hat. Daß er sich auch in späteren Jahren noch mit seinem Stammbuche zu beschäftigen pflegte, geht aus vielen Randbemerkungen hervor, in denen er sich über den Charakter oder das Lebensschicksal des Einzeichners ausspricht. Da heißt es zum Beispiel:
An ihm verlor Deutschland eines seiner seltensten Originalgenies und ich einen wahren Freund; er starb an den Blattern am …
oder
starb in erbärmlichen Umständen und von jedermann verlassen im Jahre 1797; allen Hagestolzen zum abschreckenden Beispiel.
Zu dem Eintrage Lessings hat der Besitzer vermerkt:
† den 15. Febr. 1781 im 52. Jahr zu Wolfenbüttel, wo ihm ein Monument errichtet wurde, welches ich am 28. Sept. 1787 sah und des großen Gegenstandes nicht würdig fand.
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