Zu den neuen Funden sei im allgemeinen bemerkt, daß keines der Stücke irgendwie aus dem Rahmen des früher festgestellten Bestandes herausfällt. In Form und Größe, Alter und Zeichnung, Standort und Gesteinsart begegnen uns auch hier die gewohnten Eigenschaften (vgl. Nr. 77, Abb. 4), insbesondere ist weder ein zweiter Radkreuzstein noch sonst ein künstlerisch verziertes (vgl. Nr. 131, Abb. 2) oder ein ungewöhnlich großes Stück (vgl. Nr. 88 des Verzeichnisses von 1914) dazugekommen.
Abb. 85 Crostwitz bei Kamenz
Von Kreuzen, die mir früher entgangen waren, steht das eine am Friedhof zu Röhrsdorf bei Meißen im waldigen Talgehänge. ([Abb. 80.]) Es ist 1896 an der Kreuzung der Dorfstraße und des Neustadt-Klipphausener Weges drei Meter tief im Boden gefunden worden, als der Fleischer Lindner einen Abfluß für sein Schlachthaus anlegte. Ein anderes in Form des Antoniuskreuzes steht vor dem Gute Nr. 28 in Schrebitz bei Mügeln, Bezirk Leipzig. ([Abb. 87.])
Abb. 86 Bockwen bei Meißen a. E.
Zu den neugemeldeten Funden zählt ferner ein kleines Steinkreuz im Pfarrgarten zu Wehlen a. E., das vor etwa zwanzig Jahren an der alten abgebrochenen Kirche beim Umpflastern des Hofes aufgefunden worden ist und unbeachtet dort lehnte. ([Abb. 88.]) Gleichfalls persönlich konnte ich mich vom Vorhandensein eines Steines in Gestalt des eisernen Kreuzes am obersten Ende von Porschdorf bei Bad Schandau überzeugen ([Abb. 89]) und ebenso das im Acker ausgegrabene große Kreuz an der alten Dresdner Landstraße beim Elbtalwerk Pirna photographieren. Das letztere ist von sachverständiger Hand mit einem neuen Unterbau ausgestattet worden, da er abgebrochen und nicht mit zu finden war. ([Abb. 90.]) In Löbau fand sich bei Aufgrabungen an der alten Kittlitzer Landstraße in drei Meter Tiefe ein wohlerhaltenes Steinkreuz und erhielt vom Stadtrat einen Platz am Schnittpunkt der Ziegel- und Mücklichstraße. ([Abb. 79.])
Abb. 87 Schrebitz bei Mügeln
Ausführliche Meldungen erhielt ich vom »Beatenkreuz« im Thümmlitzwald bei Leisnig und konnte mich später selbst von seinem guten Erhaltungszustand überzeugen. ([Abb. 91.])