Abb. 88 Stadt Wehlen

Ein weiteres Waldkreuz, dessen Inschrift nur zum Teil lesbar erhalten ist, hatte sich bisher auf Forstabteilung 48 des Grillenburger Forstes unweit der großen Waldwiese der Entdeckung entzogen und wurde mir 1920 von der Forstverwaltung gemeldet. ([Abb. 95] und [96].)

Abb. 89 Porschdorf bei Bad Schandau a. E.

Auf eigentümliche Weise habe ich den Anstoß zur Entdeckung eines Kreuzes in Markranstädt gegeben. Beim planmäßigen Durchsuchen alter Karten und Bildersammlungen fand ich auf der Dresdner Stadtbibliothek in Wilhelm Dilichs »Federzeichnungen Kurfürstlicher und Meißnischer Ortschaften aus den Jahren 1626 bis 1629« Bd. III, Bl. 28 auf einer Ansicht von »Ranstädt« im Vordergrund außerhalb der Stadt ein unverkennbares Steinkreuz mit der Bemerkung: »Steinkreuz von Georg dem Bärtigen errichtet«. Nach der Lage von Kirche und Rathausgiebel ließ sich der Standort noch heute ziemlich genau bestimmen und so bat ich den Stadtrat um Nachforschungen. Während die Stadtakten und Kirchenbücher keine Auskunft bieten, fand sich das Steinkreuz selbst überraschenderweise noch wohlerhalten vor; es war lediglich bei einer Wegverbreiterung vom Feldweg nach Schkeitbar weggenommen und in den Vorgarten eines Anliegers gesetzt worden. Da die städtischen Bausachverständigen hierdurch auf solche Altertümer aufmerksam geworden waren, entdeckten sie bald darauf an anderer Stelle der Stadt noch ein zweites Kreuz.

Abb. 90 Pirna a. E. (Unterteil ergänzt)

Mit weniger Glück folgte ich einer ähnlichen literarischen Spur in Krimmitschau, wo eine ältere Generalstabskarte von 1880 östlich der Stadt am Weg nach Lauenhain die Einzeichnung »Das Wetterkreuz« trägt. Die Kirchenchronik enthält nichts darüber und auch die Suche am Ort 1919 war vergeblich.