Hinter dem Huthause steht die urwüchsige Bergschmiede aus dem Jahre 1770 ([Abb. 4]), in welcher das Gezähe des Bergmannes geschmiedet, geschärft und zugerichtet wird. Schlägel und Eisen, in der Felsarbeit müde und stumpf geworden, gewinnen hier im Fauchen der Herdglut und im Kling Klang des Hammerschlages auf dem Ambos neue Kraft und Schärfe, und tausend mannigfache Dinge, welche der Bergbau verlangt, schafft hier die Kunst des Schmiedes für den Gebrauch und rasche Verwendung.

Abb. 4. »Alte Hoffnung Gottes« Kleinvoigtsberg. Schmiede

Ein mächtiges steiles Dach, das mehr als doppelt so hoch ist als die niedrigen Außenwände, schützt und deckt das Haus. Fenster und Türen, Dachaufbauten und Schornsteine sind fast in völliger Symmetrie angeordnet. Alles ist einfach und ungekünstelt, und so wirkt dieser Zweckbau so sicher, so ruhig und festgewurzelt im heimischen Boden, als wäre er aus ihm herausgewachsen.

Der Mittelpunkt der ganzen oberen Anlage ist aber das Treibehaus mit hohem, steilem Schieferdach mit kurzer Abwalmung der Giebelspitzen. Durch diese Linienführung der Giebel und des Daches fügt sich der Bau in das Bild der mächtigen Halden hinein, als wäre er aus diesen Steinmassen herausgewachsen und herrscht nun, auf hoher Terrasse stehend, wie auf einem Thron, darüber in selbstverständlicher Schönheit und Machtfülle. ([Abb. 5.])

Der dem Tale abgekehrte, nach der Wetterseite zu liegende Giebel ist mit Schiefer behangen und geschützt, während der nach dem Tale blickende, mit vielen Sprossenfenstern Ausschau haltende Giebel in ausgemauertem, sichtbarem Fachwerk mit Putzfeldern gebaut ist. Trotz seiner Schlichtheit wirkt der Bau mit seinen vielen Fenstern, dem schwarzen Holzwerk und seinen weißen Putzfeldern sehr schmuck und macht einen außerordentlich freundlichen und reizvollen Eindruck, der noch erhöht wird durch die engere Umgebung. ([Abb. 6.]) Dr.-Ing. Bleyl schreibt darüber in seinem schönen Werke über »Baulich und volkskundlich Beachtenswertes aus dem Kulturgebiete des Silberbergbaues zu Freiberg usw.«: »Da das Haus um einige Meter von der Straße absteht, so wird oben auf der Stützmauer eine durch steinerne Platten belegte Terrasse gebildet. Von dieser führt eine Treppe tiefer herunter nach einem kleinen Obstgärtchen, das vor dem Talgiebel des Hauses dadurch zustande gekommen ist, daß man gegen die Halde im Bogen eine Stützmauer gestellt hat. Dieser umschlossene, versteckte kleine Terrassengarten, der mit seinen Obstbäumen gegen den Abfall nach der Straße zu durch einen Holzzaun mit Buschwerk geschützt und von dem hohen nach dieser Seite noch auf einem durch den tiefgelegten Garten entstandenen Kellersockel stehenden Giebel überragt wird, birgt eine sehr anmutige reizvolle Stimmung.

Abb. 5. »Alte Hoffnung Gottes« Kleinvoigtsberg. Treibehaus mit Halden

Die Abgeschlossenheit und Stimmung des Gärtchens wie des ganzen Hauses wird noch gesteigert durch ein dickes Geranke von Efeu, das die Treppenmauer überwuchert hat, und vor allem durch einen prächtigen alten Kastanienbaum. Da nämlich die Treppe nach dem Gärtchen nicht unmittelbar an das Haus gelegt ist, sondern mehr der Straße zu, entsteht noch eine kleine Fortsetzung der Hausterrasse, die hier gegen Treppe und Garten durch eine Steinbrüstung abgeschlossen ist, und auf dieser kleinen Terrasse wächst der Kastanienbaum empor und seine Zweige hängen über die Treppe hinab fast bis auf den Garten.

Der immer wiederkehrende feine Klang des Wächterglöckchens, das hier nicht in einem eigentlichen Dachreiter, sondern nur unter einem auf zwei Holzsäulen auf dem First stehenden, kleinen, nach oben abgerundeten, mit Metallblech beschlagenen Dächlein hängt, erinnert daran, daß dies bergmännische Gebäude noch in Betrieb ist.«