Abb. 1. 1 Crocus vernus Wulf., f. drebachensis mit Blüte bis zum Fruchtknoten, frk., längs durchschnitten; s1 Blütenscheide; s2 Blätterscheide; sh Schlundhaare; n Narbe; 2 Blüte, schraffierte Teile dunkel-lila; 3 Querschnitt durch das gerollte Crocus-Blatt; 4 Knolle im Längsschnitt; Ek Erneuerungsknolle in erster Anlage; w eigentliche Wurzeln
Die Blüte der Krokusarten ist eingehüllt in ein bis zwei weiße, hautartige Hochblätter, sogenannte Blütenscheiden ([Abb. 1] s1), und auch die alsbald erscheinenden grünen schmalen, doppelrinnigen, lanzettlichen Laubblätter sind von einer Scheide ([Abb. 1] s2) umhüllt. Die von altersher bekannte Krokusart: der »Safran«, (Crocus sativus, L.) besitzt aber zahlreiche solcher scheidiger Hüllen. Nach dieser heilkräftigen Art Südeuropas hat man alle Krokusarten als »Safran« bezeichnet, ohne davon zu wissen, daß safara auf arabisch »gelb färben« heißt. Unser so naturbewanderter Victor von Scheffel, der »eine kluge Römerfrau ihr Safrangärtlein pflanzen läßt«, wirft diesen Herbstblüher des Färbesafrans durcheinander mit dem Lenzesherold des Frühlingssafrans (Crocus vernus Wulf.), wenn er singt:
Krokus, Sproß des Morgenlandes,
Seltner Gast auf Schwabens Flur,
Zeugnis ewig jungen Frühlings
Und uralter Weltkultur!
Jetzt muß ich einmal »botanisch« kommen!
Lila in allen Tönungen bis zum Violett, auch gelb und weiß sind die Hauptfarben der über hundert Krokusarten.