[2] Dr. Krollmann, der sich bereits um die Veröffentlichung der Zeichnungen Dilichs, soweit sie das Rhein- und Hessenland betrafen, große Verdienste erworben hatte, verfaßte hierzu einen trefflich orientierenden Text.
[3] Siehe besonders die Abbildungen: Burgen, Schlösser pp. ([Abb. 2] u. [3]).
[4] Der Doppeladler stellte wohl das alte deutsche Wappen vor.
[5] Bemerkenswert ist noch die steinerne Brücke über die Elster in Plauen i. V., an deren Ende ein Hospital steht. ([Abb. 20.]) Auch Leisnig besitzt eine steinerne Brücke mit zwei Bogen nebst Vorrichtungen gegen Überschwemmungsgefahren.
[6] Man beachte an der Krempe seines Hutes die feingeschwungene Linie. ([Abb. 18c.])
[7] Das schöne Stadtbild von Leipzig aus dem Jahre 1594 – es ist also dreißig und noch mehr Jahre älter als die im vorliegenden Aufsatze besprochenen Aufnahmen – ist in der Zeitschrift für »Bildende Kunst« – 23. Jahrgang, Heft 4, vom Jahre 1888, Leipzig, Seemann – zum Abdruck gekommen. Professor Dr. G. Wustmann, der ehemalige Ratsbibliothekar, hatte die Stadtabbildungen entdeckt und versäumte nicht, auf die hohe Bedeutung der Arbeiten des sächsischen Oberlandbaumeisters Dilich nachdrücklich und überzeugend hinzuweisen. S. 116 a. a. O.
Was alte Grabsteine erzählen
Von Siegfried Störzner, Dresden
Die Glocken des Dorfkirchleins läuten den Gottesdienst aus. Durch die weitgeöffneten Türen strömt die Menge der Andächtigen. Nicht alle aber lenken ihre Schritte heimwärts. Meist sind es nur die Jungen. Den Alten hingegen ist es schon lange zur lieben Gewohnheit geworden, nach der Andachtsstunde mit Gevatters- und Nachbarsleuten noch ein wenig auf den Friedhofswegen und zwischen den Grabreihen dahinzuwandeln, sinnenden Auges die Ruhestätten zu betrachten und in Treue und Wehmut der Schläfer da drunten zu gedenken, von denen die Aufschriften der Leichensteine Kunde geben. Und da sind es besonders die alten Grabmale, die gar mancherlei zu erzählen wissen, die in epischer Breite und oft auch in dichterischer Schönheit den ganzen Lebenslauf des Verstorbenen berichten. Ja, die gute, alte Zeit! Man spürt noch einen Hauch von der Liebe und Teilnahme, mit der ein Freund der Heimgegangenen, wohl zumeist der Pfarrer oder der Schulmeister, die Inschrift aufgesetzt hat, man sieht an dem kunstvollen Grabstein, daß Meister Steinmetz sich Zeit und Beschaulichkeit zu seinem Werke gelassen, man freut sich, daß die Kirchenvorstände verständnisvoll den alten Denkmälern ein Plätzlein gegönnt haben, wo sie künftigen Geschlechtern ein Bild von der Kultur vergangener Jahrhunderte geben sollen, auch dann noch, wenn die Dutzendware der Zement- oder Kunststeine mit ihren Schabloneninschriften längst einem besseren Geschmack weichen mußte.
Und nun möchte ich heute den Freunden des Heimatschutzes von einigen Grabmalen erzählen, die durch ihre eigenartige, denkwürdige Aufschrift oder durch hohen Kunstwert ein Recht haben, der Nachwelt erhalten zu bleiben.