Es ließ mich dreimal ehlich werden

der Schöpfer Himmels und der Erden.

Er gab mir einundzwanzig Kinder

und einen stillen Ehestand.

Der Herr, des Todes Überwinder,

hat meinen Geist in seiner Hand.

Gott, aller frommen Herzen Vater,

sei auch der Meinigen Berater.

Pfarrer Klunge stand gleich seinem bekannten Amtsbruder Künzelmann in Döhlen im Ruf, ein erfahrener Teufelsbanner zu sein. Dr. Pilk berichtet, man erzähle sich in Neukirch noch heute die seltsamen Ereignisse, die sich beim Begräbnisse seiner dritten Frau zugetragen haben. Die Pfarrersfrau habe sich selbst das Leben genommen, was Klunge jedoch verheimlichte, um sie ehrlich begraben zu können. Bei der Beerdigung hätten die Glocken nicht geläutet werden können, bis sie der Pfarrer durch dreimaliges Umschreiten der Kirche wieder zum Ertönen brachte. Da habe plötzlich oben aus dem Schalloch die Tote ihrem eigenen Begräbnis zugeschaut, sei jedoch durch bloßes Winken Klunges mit dem Schneuztuch sofort zum Verschwinden gebracht worden.

Eine weitere sehr bemerkenswerte Grabinschrift eines Pfarrherrn findet sich in Schirmenitz, einem nahe der Elbe zwischen Strehla und Mühlberg gelegenen Grenzdorfe, das ich auch aus einem anderen Grunde eines Besuches empfehlen kann, befand sich doch in der Schirmenitzer Pfarre in den Tagen der Schlacht bei Mühlberg das Hauptquartier Kaiser Karls V., und noch heute wird das Stüblein gezeigt, das der Herrscher bewohnte. Der nahe Spans-, d. h. Spanierberg, bildete den Mittelpunkt der Aufstellung des kaiserlichen Heeres. Im Nachbardorfe Aussig verbrachte Johann Friedrich der Großmütige die ersten Tage der Gefangenschaft. Den »Kursächsischen Streifzügen« Otto Eduard Schmidts ist es zu danken, daß Heimatfreunde auch diese abgelegene Gegend durchwandern.