II. CHRISTIAN LOBEGOTT, geb. den 10. Mai 1755, fiel den 21. Sept. 1760 nebst seinen beiden Geschwistern an einer gefährlichen Blatterkrankheit und mußte als der munterste und robusteste unter ihnen die Schuld der Natur vorzeitig bezahlen den 27. Sept. 1760 im 6. Jahre.

III. SOPHIA AMALIA, ward den 8. Oktober 1761 in einer Stunde geboren, getauft und vollendet.

IV. ERNESTINE HENRIETTE, geb. 7. Sept. 1762,
brachte bei einer schwächlichen Konstitution die traurigen Merkmale von den bisherigen Kriegsunruhen und vielen Schrecken mit auf die Welt, fiel in eine Verzehrung und starb den 14. Mai 1763, 8 Monate alt.

V. JOHANN ADOLPH, der Liebling, geb. den 17. Jan. 1766.
Seine Erziehung war vom 2. Jahre ab mehr angenehm als beschwerlich, da er Fähigkeit genug hatte, verschiedene biblische Historien, geographische Fragen und lateinische Wörter zu fassen.
Er versprach zum öfteren, mit Gottes Hilfe ein frommes Kind zu werden. Sein täglich Gebet war: Gedenke meiner, mein Gott, im besten! Und er hörte!
Er starb sechs Wochen vor seinem ältesten Bruder den 6. April 1769 im 4. Jahr an den Blattern.

VI. GOTTHOLD THEODOR, der erstgeborene Sohn vom Hause, spes laeta parentum,
trat in die Vergänglichkeit ein am 24. Jan. 1753,
bezog die Meißnische Fürstenschule 1766 den 4. Okt.,
ließ bei einem guten Genie, nachdem er bereits 1768
unter die Ober Lectioner als Secundaner war aufgenommen worden, etwas von sich hoffen,
kam am 4. Mai 1769 zum Besuch nach Hause und starb den 23. Mai nach einer viertägigen Niederlage am hitzigen Fieber
in den Armen und unter den Tränen seiner schon vorher tief gebeugten Eltern im 17. Jahre.

Die Grabinschrift des Pfarrers Opitz selbst ist leider nicht mehr ganz zu entziffern:

Herr Mag. Johann Gottlob OPITZ,
Sein Vater, ein treuer Schullehrer zu Schmiedefeld,
und seine Mutter, eine geborene Thomaßin aus Langburkersdorf,
denen Er den 14. Juli 1717 geboren ward,
gaben Seiner Seele die erste Bildung.
Nach rühmlich vollendeten Vorbereitungsjahren in Dresden und Leipzig
führte Er bey hiesiger Kirchgemeinde das Amt,
welches ihm Gott. NIMTSCH anvertraute,
38 Jahre mit voller Erfahrung und Gewissenhaftigkeit,
(legte es) ... nachdem Er 68 Jahre 8 Mon. und 7 Tage gelebet hatte,
... 31. März 1786 nieder.

Der in der Grabschrift genannte Kollator Nimtsch ist einer aus dem Geschlechte der Herren von Nimptsch, an die noch am Rittergut von Oberpesterwitz, einem ehemaligen kurfürstlichen Küchengut, jetzt im Besitz des Barons von Burgk, das Wappen erinnert. Auch der Ortsteil Neunimptsch und das Juchhöh- oder Jochhöhschlößchen am Höhenrande des Plauenschen Grundes gehen auf diese Adelsfamilie zurück. Ein Geheimrat von Nimptsch erbaute 1791 auf dem zum Rittergut Roßtal gehörigen Grund und Boden den Weiler Neunimptsch, der früher den Namen »Der Kuckuck« oder »Auf dem Juchhe« führte. Das vom Herrn von Nimptsch errichtete Weinberghaus mit den drei Flügeln und dem Turm war eins der schönsten im Lande.

Doch kehren wir von diesem kleinen »Ausfluge« zur Grabschrift der Pfarrersfrau zurück!

Im Leben allgemein beliebt,
im Tode herzlich beweint
und im Grabe allen Guten unvergeßlich,
ruht allhier die wahrhaftig verehrungswürdige Frau,
Frau CHARLOTTE MARIE,
weiland Sr. Hochwohlehrwürdigen Herrn Mag. Johann Gottlob Opitzens,
treuverdienten Pastoris zu Pesterwitz
hinterlassene Witwe.
Ihren geliebten Ältern,
Herrn Johann Christian Rentzsch, berühmten Chirurgo zu Frankfurt a. d. Oder,
und dessen Gattin, Frau Evan Margarethen, geb. Wolfin,
von welcher sie den 13. Junius 1733 geboren wurde,
war sie ein teures Geschenk des Himmels,
ihrem wertgeschätzten Gatten,
mit welchem sie sich den 13. Junius 1751 ehelich verband,
war sie 35 Jahre hindurch die trefflichste Lebensgefährtin,
ihren sie zärtlich liebenden Kindern,
als 6 Söhnen und 3 Töchtern,
von welchen bloß 1 Tochter und 2 Söhne
ihren letzten Segen erhalten konnten,
war sie Mutter und Wohltäterin
in edelstem und vollkommenstem Verstande
allen ihren Freunden und Bekannten in hiesiger Kirchfahrt
ein unentbehrliches Kleinod.
Allgemeines Trauern erregte daher der 17. April 1794,
an welchem Tage sie zu Pesterwitz
ein 60 Jahre 10 Monate und 4 Tage
hindurch geführtes musterhaftes Leben
nach langwierigem körperlichen Leiden
in sanfter Stille und seliger Hoffnung endigte.
Sanft ruhe nun die Verklärte.