Abb. 4. Silberpagengrab auf dem Hosterwitzer Friedhofe

Wie diesem Manne seine Pflicht, sein Soldatenrock über alles gegangen ist, so findet man hie und da auch einen Grabstein, dessen Nachruf Leben und Sterben des Heimgegangenen mit berechtigtem Stolz im Spiegel seines Berufes zeigt. Hierfür zwei Beispiele: Ein Leichenstein auf dem Kirchhof zu Fürstenau bei Lauenstein ist in seinem Ausdruck und Inhalt ganz der Sprache der Bergleute angepaßt, da der Schläfer drunten einst diesem Stande angehörte. So lesen wir hier:

In dieser Grube hält seine Liegestunde
bis an den Tag der seligen Ausfahrt
Herr Michael KADNER.
46 Jahr 36 Jahr } gewesener { Gerichtsgeschworener, Knappschaftsältester,
wie auch Schichtmeister allhier,
mit seinem seligen Vater,
Michael KADNER,
Bauersmann allhier,
und neben seiner sel. Mutter,
Frau Esther geb. Knauthin,
von welcher er den 13. Juli 1672 allhier geboren.
Hat auf der Zeche seines Lebens und Ehestandes
den 24. Jan. 1692 zur Schlägelgesellin bekommen:
Frau Marie geb. Königin,
mit welcher er 4 Söhne und 3 Töchter
zur Ausbeute von dem Segen Gottes erhalten.
Von seiner Lebensarbeit hat er Schicht gemacht
den 19. Mai 1737,
nachdem er vor diese Orte angesessen
65 Jahre.

Auf der Rückseite:

Vom Elend bin ich ausgefahren

ins Huthaus jener Himmelsscharen,

wo mit des Heilands teuerm Blut

ich in der Taufe eingemuth.

In Naundorf, im lieblichen Bobritzschtale zwischen Grillenburg und Freiberg gelegen, ist in die Kirchenmauer eingelassen der Grabstein eines Bauern und Fuhrmanns. Die Skulptur zeigt unten ein mit sechs Pferden bespanntes Botenfuhrwerk, das rasch seine Straße dahinfährt, während oben der Fuhrmann vor dem Kruzifix kniet und Gottes Sohn um Schutz anfleht. ([Abb. 5.]) Das ist Melchior Heber, dem die Naundorfer Kirche die mittlere Glocke verdankt, der Stammvater eines bekannten Bauerngeschlechtes, das seit 350 Jahren ein altes »Hufengut« hier besitzt. Als man 1783 die jetzige Naundorfer Kirche baute und dabei Mauersteine brauchte, wurde der alte, umgesunkene Leichenstein Hebers vom Jahre 1580 mit für die Außenwand verwendet, und zwar glücklicherweise so, daß Bild und Inschrift zu sehen blieben. Wir lesen da:

Im Leben hatte ich