Unser ergrauter bayrischer »Schwager« schaut auf die gewaltige Rauchsäule der Lokomotive, indes seiner Pfeife kein Wölkchen mehr entsteigt. Vielleicht denkt er:
Rauch ist alles ird’sche Wesen!
Wie des Dampfes Säule weht
Schwinden alle Erdengrößen,
– Auch der Postillion vergeht.
Und inzwischen ist der Postillion vergangen.
Wenn auch der Name »Postillion« geblieben, es steckt in diesem Wortgehäuse doch weiter nichts mehr, als ein uniformierter Rollkutscher oder ein Kraftwagenführer, der bloß noch Briefe und Pakete zu karren hat. Mit dem alten Postillionsgeschlecht ist auch das Posthorn vergangen. Wer weiß denn noch etwas von dem poesievollen Klang des Posthorns, wenn es von der stillen Landstraße her seine Zaubertöne über schlafende Dörfer und Städtlein ergoß? Aber in ungezählten Widmungen ist von Poeten und Musikern den Tagen der Romantik des Postillions und seines Zauberhörnleins doch ein dauerndes Denkmal gesetzt worden, und wie das vorstehende Bild, so bleiben auch die übrigen der zwölf farbigen Bilder ein freundliches Andenken an die Tage unserer Groß- und Urgroßväter.
Fußnote:
[2] Anmerkung: Diese zwölf farbigen Bilder sind soeben in zweiter Auflage erschienen und in allen Papierläden und durch Georg Rennert in Dresden-A. 26, Postfach zu haben. Auch als Geschenk sehr geeignet kostet die Reihe mit zwölf Bildern nur Mark 1.20 und die Prachtausgabe 3.— Mark.