So ist es auch mit dem Landesmuseum für Sächsische Volkskunst. Innen können Sie alles sehen, was ich zu schildern versucht habe. Und noch viel mehr.

Und ein vereidigter Rechnungsrevisor beglaubigt: Das Museum hat siebzehntausendeinhundertvierundzwanzig Nummern.

Und ein kleines dickes Mädel antwortete auf meine Frage, was ihm am besten gefallen habe, mit leuchtenden Augen: Alles hat mir am allerbesten gefallen!

Fußnote:

[5] Aus einem Christspiel aus Neufriedersdorf bei Neusalza.

Die Wohnräume, ausgestellt vom Landesverein Sächsischer Heimatschutz auf der »Jahresschau 1925«

Von O. Seyffert

Die Jahresschau »Wohnung und Siedelung« hat ihre Pforten schon längst geschlossen. Der Grundsatz, daß die Aussteller ihre eigenen Juroren sein mußten, da die Ausstellungsleitung wohl die Herstellung der Hallen übernahm, sich aber einer Aufnahmekritik enthielt, war auch bei ihr wie bei ihren Vorgängerinnen befolgt worden. Unsere Zeit diktierte diesen Grundsatz, und es läßt sich nicht leugnen, daß er vieles Gute zum Leben erweckte. Aber jedes Ding hat zwei Seiten.

Es mußte sich von selbst zeigen, daß die Dresdner Ausstellungen nicht die geschmackliche und künstlerische Höhe erreichen konnten, die andere Veranstaltungen mit strenger Aufnahme-Jury haben mußten. Es liegt uns fern, nachträglich eingehend Kritik üben zu wollen. Das Suchen und die Unklarheit unserer Zeit kamen wie überall zutage. Das Kunstgewerbe – das Wort fängt an, einen Beigeschmack zu bekommen – zeigte sich reichlich in den Wohnräumen und konnte, wenn es sich nur auf dekorative Äußerlichkeiten stützte, nicht befriedigen. Da, wo der Schmuck sich dem Ganzen unterordnete und wo er nicht wie eine tropische Schlingpflanze überwucherte, empfand man ihn als eine Bereicherung. Aber dieser Genuß wurde dem Beschauer nicht immer zuteil.