Mir sind sie jederzeit ungemein fesselnde und anziehende Vögel gewesen und werden dies auch bleiben, solange Frühlingssonnenglanz mich noch zu Teichexkursionen zu begeistern vermag.
Fußnoten:
[1] P. Weißmantel, Ueber Vorkommen und Lebensweise der Zwergrohrdommel, Ixobrychus minutus (L.), in Sachsen. Mitt. d. Ver. sächs. Ornithol. 1, 5. Heft (1925) S. 89–98.
[2] Rud. Zimmermann, Am Neste der Großen Rohrdommel, Botaurus stellaris (L.). Pallasia, Ztschr. f. Wirbeltierkunde 2 (1924/25), S. 185–194.
Gräberfelder der Lausitzer Kultur
Von Dr. Walter Frenzel, Bautzen
Abbildungen aus dem Bildarchiv der Gesellschaft für Vorgeschichte und Geschichte der Oberlausitz zu Bautzen
Im zweiten vorchristlichen Jahrtausend wohnte in Ostdeutschland ein Volksstamm, dessen eigentlichen Namen die Wissenschaft mangels schriftlicher Überlieferung noch nicht kennt. Da seine auffallendsten Kulturüberreste, die Gräberfelder mit den Buckelurnen, doppelkonischen und gehenkelten Näpfen zuerst in der Ober- und Niederlausitz gefunden wurden, sprach man von der Lausitzer Kultur und dem Volke der Lausitzer auch noch dann, als man mit dem Fortschritt der Forschung gefunden hatte, daß diese Kultur bis an die Küste der Ostsee reicht, bis weit nach Polen hinein sich erstreckt, über Elbe und Saale hinaus westwärts vorgedrungen ist und im Süden einst die böhmischen und ungarischen Gefilde als Wohnstätte sich auserkoren hatte. Wenn daher eigentlich der Name »Lausitzer« zu eng gefaßt ist für die geographische Verbreitung der Kultur, so wird er doch von der Wissenschaft weiterhin fortgeführt, da man erkannt hat, daß diese Kultur in den beiden Lausitzen Brennpunkte höchster künstlerischer Entwicklung zeitigten. Nur einen kleinen Ausschnitt aus den ungeheueren Stoffmassen, die für die Lausitzer Kultur bereits vorliegen, will ich hier aufzeigen und einen Gegenstand behandeln, der selten breiterer Öffentlichkeit zugänglich ist: Grabformen. Auch dieses Teilgebiet kann hier nicht erschöpft werden, da im Laufe der einzelnen Jahrhunderte, während der die Lausitzer Kultur blühte, sich zahlreiche Wandlungen auch in den Grabbräuchen und nicht nur in den Gefäßformen entwickelten. Überdies vermag heute die Wissenschaft noch nicht anzugeben, ob in den verschiedenen Grabformen auch soziale, rechtliche und besondere religiöse Anschauungen sich widerspiegeln.
Abb. 1. Bautzen. Kriegersiedlung. Grab 2