Nort hot erst ’s Labn en Wert,

Bebau dei Flackl Ard!«

Er selbst gibt den Seinen darin ein gutes Vorbild und zeigt, auch wenn seine Lieder nicht klingen: Wer der Heimatscholle treu bleibt, dem bleibt auch die Heimat.

V. Traute Lieder hör ich wieder
Hamlich in dr Mottersproch

In der großen Stadt ist Stiftungsfest des Erzgebirgsvereins. Dort finden sich Leute zusammen, die vom Gebirge her stammen oder Freunde der Berge sind, die das Erzgebirge aufschließen helfen, Wege bauen, Wanderheime und Jugendherbergen gründen und, wenn sie zusammenkommen, erzgebirgische Art und Sitte pflegen. Da werden mundartliche Volksstücke aufgeführt, heitere, gebirgische Geschichten vorgetragen und Lieder gesungen. Wie oft heißt es da nicht hier und da: Wir wollen den Toler-Hans-Tonl bitten, daß er selbst einmal zu uns komme, und wenn er in seiner grünen Gebirgstracht leibhaftig vor ihnen steht und seine Lieder zur Laute singt, dann ist es, als wenn die grünen Fichten rauschten und die Waldharfen aufklängen im großen Lichtersaal, als wenn der Bergquell spränge, als wenn das liebe Erzgebirge in seiner biederen Frömmigkeit selbst zu ihnen gekommen wäre, und mancher Mund summt, der »Gongazeit« gedenkend, leise mit:

»Grüß dich Gott, o du mei Arzgebirch,

Grüß dich Gott, du grüner Wald.

O wie garn kehr ich zu dir zurück,

Wus su hamlich klingt on schallt.« – –

Es war zur Hauptversammlung des Erzgebirgsvereins, die 1905 zu Zwönitz stattfand. Bei der Erstaufführung des erzgebirgischen Volksstückes »Heimkehr« von Pfarrer Löscher, dem verdienten Freund und Förderer des Vereins, wirkte auch Anton Günther mit und ward zum ersten Male einem größeren Kreise bekannt. Seitdem war er gewissermaßen entdeckt, und trat in der Folgezeit auf besondere Einladung hin in Landsmannschaften, Heimatvereinen, deutschen Sprachvereinen, Vereinen für Volkskunde, Gesangvereinen, literarischen Verbänden und Erzgebirgszweigvereinen als hochwillkommener Gast auf. Nicht nur in Sachsen und Böhmerland, auch in Wien und Berlin erwarb er sich begeisterte Freunde. Erzherzöge und Könige begehrten ihn zu hören. Im Jahre 1913 sang er auf dem Fichtelberge vor dem ehemaligen König Friedrich August, der durch die Liedstelle