»Mit kan Könich mächt ich tauschen,

Weil do drubn mei Heisl stieht.«

zu Tränen gerührt ward und den Sänger durch das Ehrenkreuz mit der Krone auszeichnete. Wohl war des Toler-Hans-Tonls Freude darüber groß, aber in seiner schlichten Art sagt er später:

»Das Kreizl ehr net mich allaa on aa net när mei Lied,

Das ehrt es ganze Arzgebarch, es Volk mit sein Gemüt.«

Wie oft ist er bis zum heutigen Tage gesucht und zu Gast gebeten worden, aber er kann nicht auf allen Bergen sitzen und singen. Das Leben ist ernst und verlangt noch andere Pflichten von ihm, und wo er selbst nicht hinkommt, da sind als Boten seine Liedergrüße gegangen. Auf tausenden von Postkarten sind sie in die Welt geflattert, aus dem stillen Gottesgab, vom Fichtel- und Keilberge, von den Sommerfrischen des Gebirges, aus den Schaukästen der Großstädte. Fürstenkinder und schlichte Leute kennen und singen sie, selbst nach Amerika gingen sie – ein Strahl der Heimatsonne übers ferne Meer. Und sie werden bleiben, wenn schon mancher Sang verschollen, den heute die Welt liebt. Drum kauft seine Lieder! Sie sind ein Quell reiner Freude, ein Wegweiser ins Erzgebirge, eine ausgestreckte Bruderhand, ein Gruß aus der Heimat, denen, die sie verloren, ein Bollwerk gegen alles Undeutsche in und um uns.

Aus dem stillen Heimatglück des Vaterhauses, woher sie gekommen, kehren zurück alle seine Lieder, und in der Heimat ist auch der Toler-Hans-Tonl am liebsten. Er selbst bekennt es: … ’s werd aus ’ner Ficht kaa Birnbaam draus, dort, wu ich harstamm, halt ich hie … Seinem lieben Gottesgab, dessen Ehrenbürger er ist, hat er Treue geschworen, ihm gehören alle seine Lieder, er nimmt Anteil an seinem Geschick in guten und bösen Tagen, leitet ihre Jugend und hilft nach Kräften den Gebirgsarmen, für die er eine Toler-Hans-Tonl-Stiftung gegründet hat.

»Drham is drham!« so sagte er, als er mir zum Abschied die Hand reichte, aber wir wissen: Kein Grenzpfahl kann uns scheiden; denn sein Volk ist unser Volk, und seine Lieder leben, so lange die deutsche Treue und gebirgische Art in Hütten und Herzen leben; so lange die Berge stehen und die Wälder heimlich rauschen. Glück auf, du treuer deutscher Grenzwächter im Böhmerland!

Der Hacksilberfund von Poppitz bei Riesa

Von Alfred Mirtschin, Riesa