Hintze, Benedikt. Baumeister. Erbaute vom 19. Juli 1636 bis 1. August 1638 die Jesuskirche in Riga, die etwa 20 Jahre später abbrannte.
Rigascher Almanach 1875. — W. Busch, Gesch. d. Jesuskirche zu Riga.
Hippius, Gustav Adolf. Porträtmaler. Geb. 1. März 1792 im Pastorat Nissy in Estland; gest. 24. September 1856 in Reval; begraben in Haggers. Er erhielt den ersten Kunstunterricht durch den Maler E. Höppner in Reval und konnte dann an dem Unterrichte des Malers [S. Walther] teilnehmen, den der Dichter Aug. v. Kotzebue für seine Kinder aus Deutschland hatte kommen lassen und der auch den jungen [Ignatius], den Sohn des Propstes Ignatius in Haggers, in der Kunst unterrichtete. Zu weiterer Ausbildung ging H. 1812 ins Ausland und trat nach vorübergehendem Aufenthalt in Berlin, Dresden und Prag in die Wiener Akad. Von hier zog er 1817 mit dem Kurländer [Eggink] nach Rom, wo er im Overbeck-Cornelius’schen Künstlerkreise bald zu den beliebtesten Persönlichkeiten gehörte. Auf der Heimreise seinen Weg durch die Schweiz nehmend, machte er in Iverdun die Bekanntschaft des greisen Pestalozzi, dessen Porträt er zeichnete (später von ihm lithogr. vervielfältigt). 1820 liess er sich in Petersburg nieder, wo er den Unterricht an mehreren höheren Unterrichtsanstalten übernahm und gleichzeitig als Porträtist viel beschäftigt war. 1850 zog er sich nach Reval zurück. — Ausser einer Anzahl tüchtiger Porträts gehört zu seinen bedeutendsten Arbeiten das lithographierte Porträtwerk: les Contemporains, das seit 1822 in 8 Heften in gr. fol. erschien. Heft I. Metropolit Michael. — Minister Graf W. P. Kotschubei. — Baron A. G. Strogonow. — Dichter J. A. Krylow. — Bildhauer J. J. Martos. Heft II. — Fürst P. W. Lapuchin. — Fürst N. G. Repnin. Graf M. M. Speransky. — Präses der Kunstakademie A. J. Olenin. — Dichter W. A. Joukoffsky. Heft III. — Erzbischof Sestrenzewitsch. — General Graf Arakschejew. — Graf Capodistria. — Akademiker F. J. Schubert. — Professor A. E. Jegorow. Heft IV. — Fürst A. N. Golitzin, Minister der Volksaufklärung. — Geheimrat J. J. Dimitrew. — Vizeadmiral A. S. Schischkow. — Staatssekretär für Finnland Graf Rehbinder. — Akademiker Krug. Heft V. — Finanzminister Graf Gurjew. — Marquis Paulucci. — Graf Sobolewsky. — Generalstabsarzt Rehmann. — Hofmaler [Karl v. Kügelgen]. Heft VI. — Herzog Alexander von Württemberg. — Fürst Dimetrius Golitzin. — Baron Campenhausen. — Graf Uwarow. — Bortnjansky. Heft VII. — Fürst Lobanow-Rostowsky. — Admiral Mordwinow. — A. Balaschew. — Vizeadmiral Greigh. — Historiker Karamsin. Heft VIII. — Graf Miloradowitsch. — Staatssekretär Kikin. — Generalgouverneur von Archangelsk Minitzky. — A. S. Puschkin. — A. J. Krusenstern. Ergänzungsblätter. — Graf Nesselrode. — Graf Kankrin. — Prof. N. J. Bulgakow. — Akademiker Fischer. — Schebujew. — Er gab heraus: Le jeune dessinateur, cour d’études progressives à l’usage des écoles. 4 Hefte mit 32 Bl. Vorlagen. — Elemente der Zeichenkunst. 66 Bl. Vorlagen. — Blumenvorlagen 24 Bl. - Grundlagen einer Theorie der Zeichenkunst. Petersburg und Leipzig, 1842 (wurde ins Russische übertragen). — Kunstschulen, 1850.
Inland 1842 S. 260; 1847 S. 707; 1850 S. 460, 712 u. ff.; 1852 S. 724; 1856 S. 105. — Rigasche Stadtbl. 1822 S. 161, 476. — Kunstblatt 1857 S. 250. — Ostseeprovinzenblatt 1823 Nº 28. — Baltische Monatsschrift Bd. 36 S. 30–49 und 107–130. — W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 21–23.
Hippius, Otto Pius. Architekt. Geb. 5. Mai 1826 in Petersburg; gest. 29. August 1883 zu Pargola, Sohn des [Vorigen]. Er erhielt seine fachmännische Ausbildung auf dem Polytechnikum zu Karlsruhe, das er 1849, mit der goldenen Medaille ausgezeichnet, absolvierte und besuchte darauf die Petersburger Kunstakademie. 1863 wurde er zum Akademiker ernannt und 1879 für seinen Konkurrenzentwurf zu einem Berliner Dom zum Professor befördert. H. hat sich manche Verdienste um die Gestaltung des protestantischen Kirchenbaues erworben. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit wirkte er auch als Lehrer an verschiedenen Anstalten in Petersburg, so an der Stieglitzschen Zentral-Zeichenschule und als Dozent für Literaturgeschichte an der Bauschule. Von ihm die Kirchen zu Schemacha, die Karlskirche zu Reval (1870 geweiht) und die Michaelskirche zu Narva (1886 vollendet), die Gebäude der Gasanstalt in Petersburg, Schloss Sagnitz für den Grafen Berg, die Entwürfe zu dem evangelischen Hospital in Petersburg (in Wien auf der Welt-Ausstellung 1873 mit der gold. Medaille prämiiert). Er veröffentlichte: „Darf der Berliner Dom ein Kuppelbau sein?“ 1871.
Inland 1850 S. 711; 1851 S. 934. — Rigasche Zeitung 1869 Nº 293; 1871 Nº 295; 1873 Nº 188; 1883 Nº 204. — Zeitung für Stadt und Land 1879 Nº 204. — Rigasche Industriezeitung 1877 Nº 2.
Hoeflinger, Louis, Lithograph, aus Hessen gebürtig, erwarb 1857 die Schlatersche lithographische Anstalt in Reval und verlegte sie im nächsten Jahre nach Dorpat. Er beschäftigte sich auch mit Photographie. Aus seiner Anstalt gingen hervor: Ansicht von Dorpat vom Rosengarten aus. — Farbige Ansicht von Dorpat (mit 14 Platten gedruckt). — Album von Dorpat und Umgegend, 20 Blatt, 1860 erschienen, teils nach Zeichnungen von [Iwansohn], in Irisdruck ausgeführt in Berlin, qu. fol. — Kommersbild der Curonia, II. Sem. 1857 nach [Iwansohn]. — Zehn Ansichten von Dorpat auf Briefbogen. — Plan der katholischen Kirche in Dorpat 1861. — Zwei Ansichten aus Fellin: Schlossruine und Ansicht der Stadt, qu. 8o. — Porträt des Lehrers Isidor de Friou, Lith. in 4o. — Porträt des Livländers Reinh. Patkul im Oval mit faksimilierter Unterschrift, Lith. 8o. — Kalender für 1859 mit lith. Ansichten aus Riga, Reval, Pernau. — Ansicht von Narva nach N. Schmor, 1857, 4o. — Schlossruine zu Hapsal (auch farbig) für Briefbogen.
Inland 1857 S. 365; 1858 S. 347; 1860 S. 797. — Sitzungsbericht der Gelehrt. estn. Gesellschaft 1861 S. 42.
Hofmann, Bild- und Tapetenwirker lebte im 17. Jahrhundert in Mitau.
Mirbach, Kurische Briefe II S. 255 (J. Döring).