Hoffmann, Julius. Geb. 1803 in Riga; gest, 1841 (?) in Rom, besuchte die Petersburger Akademie und ging mit seinem Studiengenossen Bruni, dem späteren Professor der Akademie um 1830 nach Rom. Eine Kopie der Grablegung nach Caravaggio und eine Kopie des Parnasses von Raffael wurden der Akademie überwiesen. — Im Besitz des Hn. v. Firks auf Wandsen befanden sich zwei Porträts, 1833 in Rom gem. und eine italienische Landschaft, die Tassoeiche. Ein männliches Porträt war 1842 auf der Kunst-Ausstellung in Riga.
Hoffmann, Oskar. Maler und Radierer. Geb. 24. Januar 1851 in Dorpat, trat 1871 in die Düsseldorfer Akademie und arbeitete unter [E. Dücker]. 1878 gründete er ein eignes Atelier, zog aber 1884 nach Petersburg. Die heimatliche Landschaft und die estnische Bevölkerung bilden in der Mehrzahl die Gegenstände seiner ansprechenden Gemälde. Das städt. Museum zu Riga besitzt von ihm: Estnische Bauern bei der Kartoffelernte. Von seinen Radierungen nennen wir: Estnische Bauern in Unterhaltung, Orig.-Radierungen Düsseldorfer Künstler, Heft III. 1879. — Estnischer Bauernhof mit einem korbflechtenden Manne und zwei Kindern. Orig.-Radierungen Düsseldorfer Künstler, Heft V. — Livländische Landschaft, bez. Osc. H. fc. 1880 in „Kunst und Leben“ herausg. v. Bodenstedt 1881, III. — Fischer mit Kindern; bez. Osc. H. fc. 1881. Graphische Künste, 1884. — Livländische Landschaft (Heiligensee) bez. umgekehrt. 88 cf. H. sc., im Вѣстникъ изящ. искусствъ 1887. — Este; bez. Оск. Г. fc. 83, daselbst.
Hoffmann, Otto. Architekt. Geb. 23. September 1866 im Pastorat Maria-Magdalenen in Estland, besuchte zunächst die Stieglitzsche Zeichenschule in Petersburg und studierte von 1886–1892 Architektur am Rigaschen Polytechnikum. Er wurde 1894 Assistent am Polytechnikum für darst. Geometrie und Baukonstruktionslehre und ging dann zu Studienzwecken nach Deutschland, Oesterreich, Italien und Frankreich. 1896 Adj. Professor für Bauwissenschaften am Rigaschen Polytechnikum; z. Z. ord. Professor und stellvertr. Direktor. Er erbaute die Taubstummenanstalt in Riga, erhielt 1898 den 2. Preis bei der Konkurrenz um den Bau der Marien-Diakonissenanstalt in Riga und wurde mit der Ausführung des Projekts betraut. 1898–1902 leitete er den Ergänzungsbau des Rigaschen Polytechnikums nach den Plänen des Professors [J. Koch] und führte von 1900–1901 den Umbau des Polytechnikums aus.
Holst, Matthias v. Architekt. Geb. 4. Oktober 1839 in Fellin als Sohn des dortigen Pastors Valentin v. H., gest. im April 1905 in Berlin; studierte bis 1881 am Polytechnikum zu Hannover, dann in Zürich Architektur und arbeitete unter Leins in Stuttgart und unter Ferstel in Wien. 1866 liess er sich in Riga nieder und übernahm zeitweilig das Amt eines städtischen Baurevidenten. 1876 siedelte er nach Berlin über, wo er mehrere grosse Bauten, z. T. in Gemeinschaft mit dem Professor Karl Zaar, ausführte. Von seinen hiesigen Bauten sind zu nennen: Die Peter-Paulskirche in Fellin, die Türme der Kirchen zu Paistel und Kallist, die Hochbauten der Riga-Mitauer Eisenbahn und drei grössere Wohngebäude in Riga, (Nº 9 am Nikolaiboulevard (eignes Haus), Nº 21 am Thronfolgerboulevard, Nº 1 in der Ingenieurstr.), an denen er den Rohziegelbau architektonisch durchzubilden bemüht war.
Nach Autobiographie.
Hoppe, Ferdinand Theodor. Marine- und Landschaftsmaler. Geb. 23. Februar 1848 in Dorpat; gest. 2. Dezember (18. November) 1890 in Düsseldorf, wurde Schüler der Düsseldorfer Akademie und von [E. Dücker], dem er in seinen Arbeiten zuweilen nahe kommt. Motive vom Ostseestrande und von der Insel Rügen sind vorherrschend Gegenstand seiner Bilder. Einzelne von ihnen in baltischem Privatbesitz.
Rigasche Zeitung 1870 Nº 273; 1872 Nº 138; 1876 Nº 170; 1877 Nº 9; 1880 Nº 226; 1881 Nº 197; 1882 Nº 74. — Dünazeitung 1890 Nº 271. — W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 153.
Hoppe, Friedrich. Porträtmaler. Geb. 28. März 1838 in Riga, wurde Schüler des Malers [O. Berthing] und begab sich 1856 zu weiterer Ausbildung nach Antwerpen. Mittellosigkeit zwang ihn schon nach zweijährigem Aufenthalt nach Riga zurückzukehren, wo er durch Porträtmalen und Unterrichterteilen sich fortzubringen suchte. Ostern 1860 nahm er das Amt eines Zeichenlehrers an der Kreisschule in Mitau an. 1862 zog er nach München.