Sauerweid, Gottlob Alexander. Schlachtenmaler und Radierer. Geb. 19. Februar 1783 in Kurland; gest. 25. Oktober 1844 in Petersburg, bildete sich auf der Dresdner Akad. und erregte hier durch seine geschickten radierten Darstellungen aus dem Kriegsleben die Aufmerksamkeit des Kaisers Alexander I., der ihn 1814 nach Petersburg als Lehrer der Kaiserl. Kinder berief. 1831 wurde er stellvertretend als Professor der Tier- und Schlachtenmalerei an der Akad. angestellt und 1836 zum ordentlichen Professor ernannt. S. war der erste bedeutende Schlachtenmaler der Akad., hat aber weniger durch seine Malereien als durch seine Radierungen und Zeichnungen, in denen die Darstellung des Pferdes das Hauptmotiv bildet, seinen Ruhm erworben. Einige wenige Gemälde von ihm befinden sich in kurländischem Besitz, die Mehrzahl im Winterpalais in Petersburg. Von seinen graphischen Arbeiten nennen wir: Die Kgl. Sächsische Armee nach der neuen Organisation von 1810. 31 Blatt mit der Hand kolorierte Stiche in 4o, im Verlage von Heinr. Rittner in Dresden erschienen. — Die Uniformen der Kgl. Westfälischen Armee um 1810; fol. 19 unbezeichnete Tafeln in kolor. Kupferstich. — Dresdens Not und Rettung im Jahre 1813. 20 Radierungen in 4o, in einzelnen Exemplaren auch koloriert (Von dieser Ausgabe gibt es Nachstiche, die jedoch die Originale nicht erreichen). — Dreissig Blätter für Pferdezeichner und Schlachtenmaler. Verlegt v. E. Arnold in Dresden. — Verschiedene kleine Stiche: Ein russischer Kurier in einem Dreigespann. — Sächsischer Kurier. — Kosaken töten ein gestürztes Pferd. — Ein Kosak vom Rücken gesehen. — Baschkir und Kosak von der Wolga. — Kalmück und Kosak vom Ural. — Ein Kosak durchsticht mit der Pike einen Janitscharen. — Fouragiere. — Drei Kavalleristen. — Verschiedene Szenen aus dem Jahre 1813. — Verschiedenes Militär. — Ansicht auf Paris von Meudon aus (Bez. Sauerweid fecit. Drèsde chez Erneste Arnold ci-devant Rittner). — Fürst Golenitschew-Kutusow mit seiner Suite, rechts General Benningsen, der ihm eine Mitteilung macht (Bez. Sauerweid del. et. sc). — Kaiser Alexander I. und Graf Platow auf der Parade in Hydepark in London. Grosser Stich in Aquatinta-, Radier- und Punktiermanier, 1815.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 32–34.
Sauerweid, Nikolaus. Porträt- u. Schlachtenmaler, Sohn des [Vorigen]. Geb. 1836 in Petersburg; gest. daselbst 1866, bildete sich früh unter der Leitung seines Vaters und trat in den fünfziger Jahren in die Akademie, erwarb sich in schneller Folge die Schülermedaillen, wurde 1859 zum freien Künstler und bereits 1860 zum Akademiker befördert. Ausser einigen Porträts von ihm mehrere Schlachtenbilder.
Inland. 1854 S. 865. — Наши художники I S. 153.
Schabert, Ernst David. Zeichner und Lithograph. Geb. 17. Februar 1796 in Mitau; gest. daselbst 24. Februar 1853, studierte von 1817–1820 Philosophie in Dorpat und war gleichzeitig Schüler des Kupferstechers Prof. [K. A. Senff]. Er liess sich in seiner Vaterstadt nieder, beschäftigte sich mit Miniaturmalerei und vertrat 1823 den erkrankten Zeichenlehrer des Gymnasiums [S. Kütner], trat auch später für dessen Nachfolger [D. Oechs] ein. Er begründete in Mitau eine lithographische Anstalt, aus der eine Anzahl tüchtiger Arbeiten hervorgingen, und vereinigte diese später mit einem Atelier für Daguerrotypie. Von ihm: Kurländischer Bildersaal. Eine Sammlung von Bildnissen, lith. von [Fr. Krause]. Heft 1. 1826. — Portr. des Rigaschen Theaterdirektors. Joh. Hoffmann u. dessen Gattin Katharina, geb. Krainz. — Portr. des Sängers u. Schauspielers am Rigaschen Theater C. Günther. — Portr. der Sängerin Karoline Pollert. Lith. nach [Eggink] für die von Salzmann projektierte Herausgabe von Bildnissen Rigascher Schauspieler. — Das Kurländische Wappenbuch. 4 Bände, 1847. — Portr. des Predigers Joh. Georg Wilh. v. Raison zu Gross-Autz. Lith. fol. — Portr. des Dr. med. Joh. Gottl. Fleischer in Mitau. Lith. fol. — Portr. der Gemahlin des Kammerherrn v. Schoeppingk, geb. Gräfin Medem. Lith. — Portr. des Generals Pantenius. Lith. fol. 1846. — Portr. des Generalsuperintendenten Wilpert. Lith. 1848. — Ausser diesen lithographierte er viele Porträts nach Zeichnungen von [Oechs], [Döring] u. a.
Rigasche Stadtbl. 1830 S. 411; 1839 S. 127, 202. — Inland 1845 S. 562; 1846 S. 740; 1848 S. 1017.
Schabert, Eduard Anton. Lithograph. Geb. 7. April 1826 in Mitau als Sohn des [Vorigen]; gest. 7. September 1854 daselbst, war Schüler seines Vaters und übernahm nach dessen Tode die Leitung der lithographischen Anstalt.
Inland 1854 S. 640.
Scharlow, G. C. Zeichner und Lithograph, war in den zwanziger und noch im Anfang der dreissiger Jahre des 19. Jahrh. in Riga tätig. Von ihm: Portr. des Schauspielers am Rigaschen Theater Aug. Heinr. Porsch († in Riga 1823), lith. nach dem Gemälde von [Mäklenburg]. — Portr. des Rigaschen Superintendenten Karl Gottl. Sonntag. Lith. nach einem Aquar. von F. C. Tielker, 1828. — Portr. des Violinvirtuosen und späteren Inspektors der Kaiserl. Oper in Petersburg Louis Maurer. — Rigasche Ansichten: Riga von der Mitauer Vorstadt aus gesehen. — Der Markt- und Börsenplatz in Riga von der Ressource aus gesehen. — Der Schlossplatz mit der Siegessäule. — Riga vom Lagerplatz (Lämmerberg) aus gesehen. — Landhaus des Rittmeisters v. Schröder und die Marienmühle. — Der Wöhrmannsche Park. (Als erstes Heft 1830 von der Hauswaldschen Lithogr. herausgeg. Ein Probeblatt mit der Ansicht des Marktplatzes in Riga erschien 1829).