Rigasche Stadtbl. 1828 S. 305; 1829 S. 161; 1830 S. 371. — Provinzialbl. 1828 Nº 36, S. 148.
Scheel, Heinrich Karl. Architekt. Geb. 5/17. Mai 1829 in Hamburg, erlernte zunächst praktisch unter der Leitung seines Vaters, des Architekten und Maurermeisters Daniel Dietrich Sch. das Maurerhandwerk und besuchte in den Wintermonaten die Zeichenschule des Prof. Fersenfeldt. Eine Besuchsreise führte ihn 1846 nach Petersburg und der inzwischen erfolgte Tod seines Vaters bestimmte ihn in die Petersburger Akad. als freier Zuhörer einzutreten. Er wurde Schüler des Prof. Thon, errang sich 2 silb. Med. und 1852 den Grad eines akadem. Künstlers, arbeitete dann unter Prof. Bohnstedt und kam 1853 zur Ausführung des von Prof. K. Beyne entworfenen Hauses der grossen Gilde nach Riga. 1860 übernahm er in Gemeinschaft mit dem Architekten Hess die Bauleitung des von Prof. Bohnstedt für Riga entworfenen Stadttheaters und führte daneben eine grosse Anzahl von öffentlichen und Privatgebäuden aus. 1862 Akademiker. Von seinen bedeutenderen Bauausführungen nennen wir: Das jetzige v. Transehe’sche (früher Kruth’sche) Haus, Thronfolgerboulevard 7. — Das ehemals Krüger’sche Haus, Alexanderboulevard 2. — Das Interimstheater (nach dem Brande des Stadttheaters im Jahre 1882). — Die Börsenbank. — Das Seemannshaus. — Mehrere russische Kirchen in Liv-, Est- u. Kurland. — Die reformierte Kirche zu Birsen in Litauen, (1867). — Die luth. Kirche in Sophienhof bei Preetz in Holstein, (1873). — Das Bethaus der luth. Gemeinde in Kemmern, (1895). — Das Elektrizitätswerk der russ. Allg. Elekt. Ges. Union.
Scheffner, Johann Gottfried. Kupferstecher. Geb. 1765 in Mitau als Sohn eines Zimmermanns; gest. daselbst 18. Dezember 1825, besuchte die Stadtschule in Mitau und fertigte als Schüler der oberen Klasse einen Globus für den Herzog von Kurland, wodurch er sich dessen Gunst erwarb und von diesem die Mittel zu weiterer Ausbildung erhielt. (Ein anderer von ihm angefertigter Globus befand sich 1808 im Himselschen Mus. zu Riga). Vom Juli 1784 ab besuchte er das Gymnasium in Mitau und genoss den Unterricht des Kupferstechers [S. Kütner]. Er studierte dann in Jena, Wittenberg und Halle und folgte 1795 einem Rufe als Professor und Lehrer des Zeichnens an das Kölnische Gymnasium in Berlin. 1797 übernahm er das Amt eines Zeichenlehrers an der Universität Leipzig, 1804 kehrte er nach Kurland zurück, versah von 1806–1817 das Amt eines Zeichenlehrers an der Kreisschule in Libau und lebte seit 1817 als Kupferstecher in Mitau, bis der Verlust des Augenlichts seiner Tätigkeit ein Ziel setzte. Von ihm: Portr. Friedrichs des Gr. In Berlin gestoch. — Portr. der Herzogin Dorothea v. Kurland nach I. H. Schroeder. (Der Stich ist vom Künstler dem Herzog gewidmet). Berlin 1793. — Portr. des Schauspielers G. Kaselitz nach Krüger. Berlin 1794. — Die Portrs. des Kaisers Peter I., der Kaiserin Elisabeth Petrowna, der Kaiserin Katharina II., des Kaisers Alexander I. u. der Grossfürstin Maria Pawlowna. (Für das Werk: Abrégé historique et chronologique des règnes de tous les Souverains de la Russie par M. d. L. Leipzig 1806. 8o). — Portr. des Generals Loudon (?) — Portr. des Buchdruckers Joh. Fr. Steffenhagen in Mitau nach C. C. Krauckling. Mitau 1822. — Ein Teil der 54 Tafeln für das von J. E. Neimbts herausgegebene „Wappenbuch des Kurländischen Adels“ Mitau 1793. 4o. (Den andern Teil der Tafeln stach sein Lehrer [S. Kütner]).
Mitauer Ztg. 1795 St. 49. — A. D. Rowinsky словарь грав. портр. IV S. 758.
Scheffner, Karl Heinrich Ferdinand. Maler. Geb. 7. April 1805 in Libau als Sohn des [Vorigen]; gest. im Juni 1865 in Riga (Hagensberg.), studierte 1827–29 in Dorpat und war Schüler des Kupferstechers [K. A. Senff]. Er lebte später als Zeichenlehrer in Riga.
Rigasche Stadtbl. 1859 S. 144. Album acad.
Scherwinsky, Max. Architekt. Geb. 1/13. November 1859 in Tilsit, studierte nach Absolvierung der Bauschule zu Buxtehude Architektur an der technischen Hochschule zu Stuttgart und kam 1880 nach Riga, wo er im Jahre 1881 ein Lehramt an der Rigaer Gewerbeschule übernahm, zu deren Direktor er 1888 ernannt wurde. S. hat sich durch die Förderung des Kunstgewerbes besonders verdient gemacht und ist auch auf baukünstlerischem Gebiet wiederholt tätig gewesen. Nach seinen Plänen wurden u. a. die Ausstellungsgebäude der Rigaschen Gewerbeausstellung von 1883 und die der Jubiläumsausstellung von 1901 erbaut. Er gab heraus: Die Rigaer Jubiläumsausstellung 1901 in Bild und Wort. Riga 1902.
Illustr. Beilage zur Rigaschen Rundschau. Aug. 1901.
Schiemann, Wilhelm Friedrich. Geschickter Dilettant. Geb. in Kurland 1759; gest. in Paris 1824, war Kanzleibeamter in Mitau, beschäftigte sich aber viel mit Architektur, über die er auch geschrieben hat, und mit Landschaftsmalerei. Er reiste viel und lebte seit 1809 in Paris. Von ihm: Eine kleine Landschaft, 1790. — Das Bildnis eines jungen Mädchens, 1792, in enkaustischer Manier gem. 1827 im Mus. zu Mitau. — Die Aussicht in das Haslital, Sepia. (Im v. Offenbergschen Album. Mus. Mitau.)
(Jul. Döring.)