Schiffner, Gottlieb. Porträt- u. Landschaftsmaler. Geb. 1755 in Grosschönau bei Zittau in Sachsen; gest. in Dresden 1795, Schüler der Dresdner Akad. und des Prof. Schenau. Zu Anfang der achtziger Jahre des 18. Jahrh. lebte er in Warschau und kam 1785 nach Mitau, wo er einige tüchtige Bildnisse und mehrere Landschaften in der Art des Chr. Wilh. Dietricy malte. 16. IX. 1787 wurde er Mitglied der Petersburger Kunstakad. 1788 kehrte er nach Dresden zurück. Er soll auch mehrere kleine Landschaften radiert haben. Von ihm: Ein Portr. des Herzogs Peter von Kurland. — Portr. des Pastors C. D. Wehrt zu Gross-Autz. — Portr. der Elisabeth Concordia von der Recke, geb. v. Kupfer. (Bes. Mus. Mitau). — Monduntergang. — Mondscheinlandschaft. (Bes. Graf Medem, Elley). — Morgen. — Mittag. Zwei Landschaften mit Vieh. 1787 und 1788 gem. (Bes. Baron Lüdinghausen-Wolff, Jungfernhof). — Das Portr. des Königs Stanislaus August v. Polen. (Dem Mitauer Mus. geschenkt vom Grafen Raczynski). — Das Portr. des Reichsgrafen Joh. Friedr. v. Medem, Vaters der Elise von der Recke. (Bes. Graf Medem, Elley). — Kinder mit einer Ziege in einer Landschaft. Aquarellierte Federzeichnung, 1786. (Album des Jak. Joh. Voss im städt. Mus. zu Riga). — Junge Jüdin in einer Landschaft. Bleistiftzeichnung, 1787. (Im Album des H. v. Offenberg, Mus. Mitau). — Landschaft mit Viehherde, in der Art des N. Berchem. (Bes. v. Bach, Mitau).
Schilling, Karoline, geb. Senff. Malerin. Geb. 1801 als älteste Tochter des Kupferstechers, spätern Professors an der Universität Dorpat [K. A. Senff], verheiratete sich 1827 mit Georg Gustav Schilling, Pastor zu Schwaneburg und Aahof; gest. 20. Mai 1840, bildete sich unter Leitung ihres Vaters zu einer geschickten Blumenmalerin aus.
W. Neumann, Karl Aug. Senff. Reval 1895 S. 34 Anmerk.
Schirmeister, Jakob Christian. Baumeister, wird 1755 als „Herzoglich kurländischer Baudirekteur“ bezeichnet. 1766 trat er als Kunst- u. Strommeister in die Dienste der Stadt Riga, wobei ihm das Recht zugestanden wurde den Titel eines „Baudirekteurs“ weiterzuführen. Im Museum zu Mitau von ihm 12 Blatt Zeichnungen in 4o. Entwürfe zu einem herzogl. Wohnhause auf dem Gute Grenzhof.
(Jul. Döring.)
Schlater, Georg Friedrich. Maler und Lithograph. Geb. 1804 in Tilsit; gest. 14. April 1870 in Dorpat. Er hatte die Stubenmalerei erlernt und kam jung nach Riga, zog aber um 1835 nach Dorpat, wo er sich als „Puppenmaler“ niederliess, d. h. er malte auf Pappe Figuren und Kulissen für Puppentheater, die Tiere der Arche Noäh und anderes Spielzeug für Kinder. Unermüdlicher Fleiss und stetige Uebung brachten ihn aber rasch vorwärts, so dass er 1837 das Amt eines Zeichenlehrers an der Töchterschule in Dorpat übernehmen konnte. Bereits im folgenden Jahre vertauschte er dieses Amt mit dem eines Zeichenlehrers am Gymnasium und am Veterinärinstitut. Er hatte sich inzwischen eingehend mit der Lithographie beschäftigt, begründete 1837 eine lithographische Anstalt und war der Erste, der die Umgegend Dorpats in Bildern veröffentlichte. 1838 machte er die ersten Versuche mit mehrfarbigem Steindruck. Zu seinen bedeutendsten Arbeiten gehören die Illustrationen zu dem Prachtwerk des Professors Pirogow über chirurgische Anatomie, wofür der Verfasser ihm ein ehrendes Denkmal in der Vorrede setzte und ihm die gold. Med. am Stanislausbande verliehen wurde. 1852 erteilte ihm die Petersburger Akademie den Rang eines freien Künstlers für sein Oelgemälde „Die Ueberfahrt nach Annenhof bei Dorpat“. In seinen letzten Lebensjahren beschäftigte ihn neben der Lithographie auch die Photographie. Von seinen Arbeiten nennen wir in chronologischer Ordnung: Malerische Ansichten von Dorpat und dessen Umgebung nach der Natur gez. u. lith. 4 Hefte à 10 Blatt; qu. 8o, 1837 u. 1838. — 52 Tafeln in fol. zur chirurgischen Anatomie von Pirogow, 1838. — Die Lehr- und Erziehungsanstalt zu Birkenruh bei Wenden nach [A. M. Hagen], 1839. Lith. qu. fol. — Ansicht von Dorpat von der Revalschen Seite, umgeben von 14 kleinen Ansichten: Domtempel; Domruine; alte Dombrücke; Knochenhäuschen; Techelfer; Quelle zu Camby; Tempel im alten Mussegarten; Sternwarte; steinerne Brücke; Sadjerw und Kukulin; Anatomikum; Universitätsgebäude; Marktplatz und Ansicht der Stadt von der Badestelle aus. Höhe 450, Breite 525 mm. — Zeichenvorlagen: Heft 1: Figuren zum Nachzeichnen, 6 Blatt; Heft 2: Vorlagen zum Landschaftszeichnen, 24 Blatt, lith. von [Hagen], [Hartmann] und Schlater. — Die steinerne Brücke in Dorpat. Lith. qu. fol. — Das malerische Dorpat. 10 Lieferungen à 5 Blatt. Lith. gr. fol. 1852 u. 1853. — Elf kleine Ansichten aus Dorpat in Tondruck, wiederholt nach den oben genannten. — Die Sternwarte in Dorpat. Lith. nach einer Zeichnung von [A. Hagen]. — Album von Dorpat und Umgebung, 1860 qu. fol., enthaltend einen Plan der Stadt, 14 Ansichten aus Dorpat, 6 aus Ratshof, Mollatz, Heiligensee und Treyden in Irisdruck (In Berlin angefertigt). — Der Prahm bei Segewold. Lith. nach [A. Hagen], 1841 Qu. fol. — Ansichten aus Reval: Die Stadt vom Meer her gesehen; die Neustadt bei Reval; das Kaiserl. Lustschloss Katharinenthal; das Birgittenkloster bei Reval, qu. fol. Diese Ansichten aus Reval wurden neben anderen von [E. Hostein] mit einigen Abänderungen in der Staffage (diese meistens von A. Victor) nachgezeichnet, in Paris von Lemercier farbig lithographiert, bei Teosari et Co. in Paris gedruckt und in Reval bei D. Avanzo verlegt. — Ein Teil des Marktplatzes in Dorpat. Erster Farbendruck. — Oeselsche Bauerntrachten, gem., auf Stein gez. u. in Farben gedruckt, 1852 qu. fol. (Hans vom Gute Tarwast nach [A. Pezold]. Tondruck 8o; Karl aus dem Tunri-Gesinde des Gutes Tarwast und Eva aus Oberpahlen; estnische Bauerngestalten in ganzen Figuren. Lith. 8o). — Malerische Ansichten aus Livland nach [A. Hagen]. — Schloss Lais, Lith. — Illustrationen zum Epos Kalewipoeg. — Portr. des Rektors mag. der Universität Haffner. Pastell. 1844 (Bes. Gel. estn. Gesellsch.). — Portr. des Oberpastors Bienemann in Dorpat nach W. Wider. Lith. fol. 1846. — Portr. des Rigaschen wortführenden Bürgermeisters Joh. Heinr. v. Rolssen. Lith. nach G. Schlichting. — Portr. des Badstubenbesitzers G. A. Lockenberg in Dorpat (eine in damaligen Studentenkreisen bekannte Persönlichkeit) gem. u. lith. fol. — Portr. des Prof. emer. Reichert. Lith. 1847. — Portr. des Privatdozenten Dr. H. Assmuss, 1848 gem. u. lith. — Portr. des Kaufmanns Reinhold in Dorpat. Lith. fol. 1849. — Portr. des livl. Landrats Baron Karl Axel Christ. v. Bruiningk. Lith. fol. — Portr. desselben, mit seiner Gemahlin. Lith. — Portr. des Direktors der Erziehungsanstalt in Birkenruh Dr. A. W. Hollander, nach dem Gemälde von [A. Pezold]. — Portr. des Prof. d. Theol. Th. Harnack, 1849. — Portr. des Prof. E. Siller. — Portr. des Pastors Valentin Holst in Fellin. Gez. u. lith. 1851. — Aussicht von der Ueberfahrt nach Annenhof bei Dorpat, Oelgem. Konkurrenzarbeit, eingereicht vom Künstler bei der Akad. in Petersburg zur Erlangung des Künstlergrades, 1852. — Partie aus dem Park in Weimar. Aquar. — Festsitzung in der Aula der Universität am 12. Dezember 1852. Lith. fol. — Portr. des Prof. Christ. Ph. Kayser. — Portr. des Prof. Joh. Karl Friedr. Keil. — Sechs Aquarelle, die Kalewidenstätten darstellend: Das Kalewidenlager bei Allatzkiwi; der Granitblock daselbst; der Kopabach unter Sarenhof; das Kalewidenlager bei Linota unter Terrastfer; das Lager bei Ihafer unter Luhdendorf. — Desgl. Oelgem. auf Pappe, darstellend Kalewidensteine: Der Stuhl des Kalewipoeg zwischen Eks und Kukulin; der Steinblock am Ufer des Sadjerwsees (Bes. Gelehrt. estn. Gesellsch.).
Inland 1838 S. 477 u. 716; 1839 S. 9 ff.; 1840 S. 426; 1844 S. 828; 1846 S. 104; 1849 S. 312 u. 360; 1850 S. 368; 1852 S. 56; 1853 S. 58, 117 ff., 811, 838 u. 931; 1856 S. 424; 1860 S. 758. — Rigasche Stadtbl. 1829 S. 172; 1852, 20. Novbr. Rigasche Ztg. 1870 Nr. 91. — W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer d. 19. Jahrh. S. 153.
Schlater, Alexander Georg. Landschaftsmaler. Geb. 1834 in Dorpat Sohn des [Vorigen]; gest. 12. Juni 1879 in Düsseldorf, erhielt den ersten Kunstunterricht von seinem Vater und besuchte von 1853–59 die Petersburger Akademie, worauf er sich in Reval niederliess, wo er vorübergehend als Zeichenlehrer an der Domschule tätig war. 1869 erhielt er die Ernennung zum freien Künstler und 1872 zog er nach Düsseldorf. Die Mehrzahl seiner Landschaftsbilder befindet sich in Privatbesitz in Reval.
Rigasche Ztg. 1868 Nº 9; 1875 Nº 73; 1878 Nº 64; 1879 Nº 128. — Наши художники II S. 267. — W. Neumann, Balt. Maler u. Bildhauer d. 19. Jahrh. S. 153.
Schlegelmilch, Johann Friedrich. Steinmetz und Graveur, stammte aus Suhl in Thüringen und wurde am 1. April 1804 Revaler Bürger. 1825 verfertigte er die Grabdenkmäler des Naturforschers Prof. Cuvier in Paris und des Philosophen Prof. F. G. Hegel in Berlin.