»Ach!« sagte der Mann, »wir sind so traurig, lieber Wuotan. Morgen kommt ein Riese, und er will unser Kind nehmen, wenn wir es nicht so gut verstecken, daß er es nicht finden kann. Wir können das Kind nicht gut genug verstecken. Der Riese wird es gewiß finden, denn er ist klug, und er hat sehr gute und scharfe Augen. Helfen Sie uns, lieber Wuotan, helfen Sie uns!«

»Gut,« sagte Wuotan. »Ich werde Ihnen helfen. Wo ist das Kind?«

Dann nahm Wuotan das Kind und er versteckte es. Damit der Riese den Knaben nicht finden konnte, versteckte er ihn in ein Samenkorn. Den Kornsamen versteckte er in eine Ähre. Die Ähre versteckte er in ein Kornfeld, und dann sagte er zu den Eltern:

»Jetzt ist Ihr Kind gut versteckt, gute Leute, und der kluge Riese kann es sicher nicht finden!«

Der Morgen kam. Der kluge Riese kam auch. Er klopfte an die Thür. Die Frau machte die Thür auf.

»Guten Morgen, liebe Frau, ich bin gekommen, um das Kind zu holen. Haben Sie es versteckt?«

»Ja,« sagte die Frau, »das Kind ist versteckt. Finden Sie es, kluger Riese, wenn Sie es finden können.«

Der Riese, der so klug war, sah überall hin. Dann ging er hinaus. Endlich sah er das Kornfeld, das schöne Kornfeld, und sagte: »Ah! da ist schönes Korn. Ich muß das Korn haben.«

Der Riese nahm das Korn und suchte lange, lange. Endlich fand er die Ähre mit dem Samenkorn, worin das Kind versteckt war. Er nahm die Ähre. Er nahm alle Samenkörner. Dann suchte er noch lange. Endlich fand er das Samenkorn, worin das Kind versteckt war. Aber als er es nehmen wollte, nahm Wuotan das Kind. Er nahm es schnell (nicht langsam), und in einigen Minuten war das Kind wieder zu Hause bei seinen Eltern.

Dann kam der Riese. Der Riese war böse, sehr böse, und sagte: »Das war nicht recht (gut). Nein, das war nicht recht. Ich hatte das Kind und Wuotan hat es genommen! Morgen komme ich wieder. Verstecken Sie das Kind wieder und wenn ich es finden kann, so ist es mein!«