[7.] Undank ist der Welt Lohn.[(7)]

Ein Mann ging einmal in den Wald, um Holz zu spalten. Er spaltete lange und kam immer weiter in den Wald hinein. Endlich kam er an einen Platz, wo er einen großen Lärm hörte.

»Was ist das?« sagte der Mann erstaunt. »Ich höre einen großen Lärm. Was kann es sein?«

Er suchte überall und fand bald einen großen Drachen, der unter einem großen Steine lag, und der nicht fortkommen konnte.

»Ach, lieber Mann,« sagte der Drache, »helfen Sie mir, bitte, bitte! Ich bin hier schon hundert lange Jahre!«

Der Mann sagte: »Es ist schade, daß Sie da unter dem Steine bleiben müssen. Ich will Ihnen helfen!«

Der Mann nahm eine lange Stange und nach vieler Mühe konnte er den großen Stein aufheben, und der arme Drache kroch hinaus.

Da war der arme Drache glücklich, wieder frei zu sein, aber da er seit hundert Jahren nichts gefressen hatte, war er sehr hungrig. Er sah überall hin, aber er sah nichts, das er fressen konnte, als seinen Erlöser. Er war dankbar, aber er war so hungrig.

Endlich sagte der hungrige Drache: »Da ich nichts anderes zu fressen finde, so werde ich Sie fressen müssen, obgleich Sie mich erlösten.«

»Ach!« bat der Mann, »das ist doch nicht recht, Drache, ich habe Sie ja erlöst. Ich habe Ihnen viel Gutes gethan. Sie können doch nicht so undankbar sein!«