Der schlaue Fuchs ging wieder zu dem Drachen und sagte langsam: »Ich kann nicht gut entscheiden, bis ich weiß, wie es kommt, daß Sie, ein so großes Tier, hundert Jahre unter einem Steine bleiben mußten. Wie sind Sie unter den Stein gekommen?«

»Nun,« antwortete der Drache, »das kann ich in einem Augenblick klar machen. Ich war auf dem Berge eingeschlafen. Da kam eine Steinlawine, und der große Stein ist auf mich gefallen, so daß ich hundert Jahre still bleiben mußte und nicht frei werden konnte.«

»Das kann ich noch nicht gut verstehen. Ich muß den Platz sehen, wo Sie so lange unter dem Steine lagen,« sagte der schlaue Fuchs.

»Nun dann, kommen Sie!« sagte der Drache, und er ging, von dem Fuchse und dem Manne gefolgt, zu dem Platze, wo er so lange gefangen war.

»Ach!« sagte der Fuchs, »es ist unmöglich (kann nicht sein), daß Sie, ein großes Tier, da unter dem Steine waren!«

»Ach ja! da war ich hundert Jahre. Sehen Sie, lieber Fuchs, ich lag so!« und der Drache legte sich wieder in das Loch (Höhle). Der Mann und der schlaue Fuchs ließen den Stein wieder fallen, und der Drache war wieder fest gefangen.

Der Drache jammerte bitterlich, aber der Fuchs sagte:

»Jammern Sie nicht so sehr, lieber Drache, Sie sind gefangen und Sie haben Hunger, aber Undank ist der Welt Lohn.«

Und der schlaue Fuchs ging mit dem Manne fort. Der Mann dankte dem Fuchse tausendmal und ging glücklich nach Hause.

Am Donnerstag kam der schlaue Fuchs. Er ging in den Hühnerhof und fraß so viele Hühner (Hahn und Henne), daß er nicht mehr laufen (gehen) konnte. Dann legte er sich im Hühnerhof nieder und sagte: »Der Mann ist mein Freund, hier kann ich gut schlafen.«