»Da ist ein Lamm!« rief er erstaunt, »aber es ist viel größer als mein Lamm. Ich will mit ihm spielen!«
Aber als er das Lamm nehmen wollte, stand es auf und sagte: »Bää!«
»Ach,« sagte Heinrich erstaunt, »das ist schön! Lamm, du bist nicht wie mein Lamm. Du kannst sprechen und aufstehen! Mein Lamm kann weder sprechen noch aufstehen. Du bist ein schönes Spielzeug.«
Er stand da und der Schäfer, der ihn aus dem Berge hatte kommen sehen, sah ihn erstaunt an. Heinrich sah den Schäfer, sprang zu ihm und rief:
»Ach, Räuber, ist das Ihre Höhle?«
»Ich bin kein Räuber!« sagte der Schäfer. »Dieses ist keine Höhle. Wer bist du? Woher kommst du?«
»Ich bin durch den Gang von unserer finsteren Höhle hier in diese schöne Höhle gekommen. Aber hier ist es viel schöner und lichter als bei uns. Ihre Lampe ist auch viel größer. Haben Sie das Gras allein gemacht? oder haben die anderen Räuber Ihnen geholfen?«
Der Schäfer, der schon oft von Räubern gehört hatte, fürchtete sich sehr, als er das Kind so sprechen hörte. Er sah das Kind wieder an und dachte: »Das Kind kann kein Räuberkind sein. Es muß ein entführtes Kind sein. Vielleicht kommen die Räuber bald es fortzunehmen. Hier kann es nicht bleiben.«
Er nahm das Kind auf einen Arm, das Lamm auf den anderen, und lief schnell fort. Bald kam er vor eine kleine Hütte. Hier wohnte ein Einsiedler. Der Einsiedler wohnte hier allein. Er war sehr gut, er liebte Gott, und alle Menschen liebten ihn, denn er war immer froh ihnen helfen zu können.
Der Schäfer trat schnell in den kleinen Garten vor der Hütte.