»Ist er der Führer der Räuber?« fragte das Kind.
»Ach, nein,« sagte der Einsiedler. »Haben Sie nie von Gott gehört, mein Kind?«
»Nein, er ist nicht in unserer Höhle,« antwortete das Kind. Als der Einsiedler das hörte, dachte er: »Hier muß das Kind bleiben den ganzen Sommer, bis es wieder frisch und wohl ist, und bis es gelernt hat, Gott zu ehren, und gut zu sprechen, denn es spricht nicht gut. Das Sprechen hat es sicher von den Räubern gelernt, denn es sagt oft sehr schlechte Worte.«
Der Einsiedler führte Heinrich in die Hütte. Da war alles sehr schön, aber sehr klein. Der Einsiedler setzte Honig und Brot, Früchte und Wein auf den Tisch, und das Kind sagte:
»Wie viele gute Dinge Sie hier zu essen haben. Sie haben sicher heute eine gute Beute heimgebracht.«
»Ich bin kein Räuber,« sagte der Einsiedler. »Diese Früchte und dieser Wein kommen aus meinem Garten. Das Brot kommt von meinem Korn, der Honig von meinen Bienen, Gott hat mir alles gegeben!«
Als sie mit dem Essen zu Ende waren, nahm der Einsiedler eine Kanne voll Wasser. Er wollte seine Blumen begießen, aber das Kind sagte:
»Ach, guter Mann, thun Sie das nicht! Sie werden die schönen Blumen verderben. Ich habe eine Blume einmal in das Wasser fallen lassen und sie war nie wieder schön.«
»Ja,« sagte der Einsiedler. »Papierblumen sind nicht wie diese Blumen. Diese Blumen hat der liebe Gott gemacht. Sie wachsen aus der Erde, und sie müssen immer viel Wasser zu trinken haben. Darum muß ich sie jeden Tag begießen!«
Das Kind ging mit dem Einsiedler überall hin und sah viele schöne Dinge, und hörte vieles, das es nicht verstehen konnte. Endlich sank die Sonne am Horizonte nieder. Das Kind sah es und schrie laut: