»Ach, sehen Sie, die schöne Lampe ist in ein Loch gefallen! die schöne Lampe ist in ein tiefes Loch gefallen!«
»Nein,« sagte der Einsiedler. »Das ist nur der Sonnenuntergang. Morgen kommt die Sonne wieder. Aber jetzt mußt du zu Bette gehen, liebes Kind, du mußt müde sein!«
Das Kind sah das Bett, wunderte sich, legte sich darauf und schlief bald fest ein, aber der Einsiedler betete noch lange um Gottes Hülfe.
Das Kind blieb da, in der Einsiedelei, den ganzen Sommer. Es lernte viel, wurde stark und gesund, und konnte bald sehr gut Deutsch sprechen. Der Einsiedler lehrte es viel von Gott und von der Welt, die Er geschaffen hat.
4. Die Reise.
Als der Sommer vorüber war, und der Herbst herankam, sagte der Einsiedler zu dem Knaben:
»Morgen gehen wir in die Welt, um deine Eltern zu suchen. Gott gebe, daß wir sie bald finden, denn ich bin schon sehr alt, und ich möchte dich doch bei deinen Eltern wissen, bevor ich sterbe.«
Sie reisten ein, zwei, drei Tage, und der kleine Heinrich war sehr erstaunt, andere Kinder zu sehen, und Frauen, die nicht so alt als die alte Räuberin, noch so schön als seine Mutter waren.
Sie gingen durch Städte und Dörfer, und kamen endlich zu einer großen Wiese, wo ein Mädchen Gänse hütete. Das Mädchen war nicht froh, sie weinte bitterlich, und der gute Einsiedler trat zu ihr und sagte:
»Mein Kind, warum weinen Sie so sehr? Kann ich Ihnen nicht helfen?«