Alwaar die stoute ruitertjes zijn.
Dan zal ik bloempjes plukken
En strooijen op uw graf,
Dan zal ik tulpjes planten
Tot aan den jongsten dag,
Alwaar ik mijn liefje weerzien mag.’[3]
Der Reichthum an Volksliedern in den Niederlanden war einst sehr groß; der Nachwelt sollte es nicht vergönnt sein, die volle Erbschaft anzutreten, wir müssen uns mit dem was uns blieb begnügen und wollen uns sein erfreuen. So dürftig jedoch ist der übrig gebliebene Theil nicht, wie ihn meine erste Sammlung[4] darbot: Zufall, Glück, emsiges Forschen, und die auch in den Niederlanden dem Volksliede gewidmete Theilnahme haben den Stoff vervielfältigt, und so ist es mir denn jetzt gelungen, obschon ich mich nur auf eigentliche Volkslieder und die volksthümlichen Lieder beschränkte und die älteren geistlichen ausschied (s. Hor. belg. P. X.), eine reichere Sammlung zu Stande zu bringen.
Ausgeschlossen habe ich die geschichtlichen Lieder und die Kinderlieder. Letztere können nur an Ort und Stelle aus dem Munde der Mütter, Ammen, Wärterinnen und Kinder selbst gesammelt werden, und gewähren vielleicht nur dann, wenn sie in großer Anzahl vorliegen, etwas wirklich Poetisches, des Aufbewahrens Werthes, denn es ist des Kindischen, Albernen, im Laufe der Zeit beziehungslos und somit unverständlich Gewordenen doch gar zu viel darin. J. W. Wolf lenkte zuerst die Aufmerksamkeit darauf: in seiner Wodana bl. 84–89. 192–199. sind 31 mitgetheilt, meist aus Flandern. Neuerdings hat die Zeitschrift: De Navorscher (Amsterdam, F. Muller) Manches der Art aus verschiedenen Gegenden Hollands geliefert.
Die geschichtlichen Lieder gehören mehr der Geschichte als der Poesie an, denn das Poetische darin ist oft nur sehr gering: es sind meist trockene Berichte von Begebenheiten und Ereignissen, die je nach dem Standpunkte des Verfassers oder der Partei, welcher er angehört, aufgefasst, beurtheilt und gedeutet werden. Ohne Versmaß und Reim würden sie sich von gewöhnlicher Prosa oft kaum unterscheiden lassen. Da sie jedoch meist von Zeitgenossen, oft sogar von Augenzeugen verfasst sind und das Thatsächliche nicht selten mit einer großen Umständlichkeit erzählt wird, so behalten sie als geschichtliche Quellen ihren Werth und verdienen vollständig gesammelt und geschichtlich und sprachlich erläutert zu werden. Ein rühmlicher Anfang der Art ist vor kurzem gemacht worden:
Nederlandsche Geschiedzangen, naar tijdsorde gerangschikt en toegelicht (door J. van Vloten). 1. bundel 863–1572. 2. bundel 1572–1609. Amsterdam, F. Muller 1852.