versleghen so leit hi daer,

und Nr. 118, 6:

Ic wil gaen ter linden groene,

daer leit die alderliefste mijn.

In diesen beiden letzten Stellen kann eine Beziehung auf das deutsche Rechtswesen stattfinden. Unter Linden wurde häufig Gericht gehalten: Grimm RA. 796. Die peinliche Klage im Dinge begann mit dem Zeterruf und so kann denn hier gemeint sein, dass der Ermordete schon an die Gerichtsstätte gebracht war, damit über ihn nochmals von den Richtern das übliche Zeter geschrieen wurde. Diese Ansicht scheint sich mir sogar noch durch ein späteres Zeugniss aus Schlesien zu bestätigen. In einer Schweidnitzer Chronik (s. meine Monatschrift von und für Schlesien 1829. S. 251) heißt es: “Ao. 1591. den 19. Jan. hat einer mit Namen George Tzirbicz von Tannhaus zwischen 23 und 24 Uhr Jacob Riegeln von Niedergrunau zu Kletschkau ohne gegebene Ursach auf den Kopf gehauen dass er gestorben, und ist unter der Linde über den Thäter Zetter geschrieen.”

Rose und Wein.

Die Rose ist das Sinnbild der Liebe und Freude. Wo die rothen Rosen stehen, da wandelt das sehnsüchtige Mädchen, Antw. LB. Nr. 22, 1:

Daer soude haer een maghet vermeiden,

vermeiden so woude si gaen,