Nordholländisch: Scheltema’s Samml., Anf. des 18. Jahrhunderts. Das Lied wird in der Ueberschrift ein “altes nordholländisches” genannt. Es scheint bei Verlobungen oder Hochzeiten gesungen zu sein. Gewürznägelein und Muscatnüsse wurden bei solchen Gelegenheiten der Braut geschenkt, wie der Schluss (10, 3. 4.) deutlich ausspricht. Das malenkruid findet dadurch auch seine Erklärung, es ist an kein malkruid (Bilsenkraut) der heutigen Sprache zu denken, sondern vielmehr ein altes maalkruid, dem maalschat entsprechend anzunehmen. Es fragt sich, ob sich nicht am Ende das Kraut in “Kraut u. Wein” Theophilus I. 265. (meine Ausgabe S. 41.) auch so erklären lässt?

Wenn nicht bessere Texte zum Vorschein kommen, wird das Verständniss dieses Liedes schwer zu erreichen sein.

Str. 6–9. finden sich auch häufig in deutschen Volksliedern.

¶ 1, 4. loveren, Mz. von loof, wie Laubern von Laub nicht mehr üblich—3, 2. klapper, Klaffer, Verläumder—4, 3. luttelijk, sehr wenig—9, 1. nagelen, Gewürznägelein, weil die Frucht die Gestalt der Nägel hat.

¶ Nr. 89.

Wie du mir, so ich dir.

1Het spruiten drie boomkens in ghenen dal

alleine,

boven breet, beneden smal.