Brunkhorst, das alte Faktotum, versuchte eines Morgens vergeblich vor seines Herrn Tür, die Stiefel zum Putzen fortzuholen, als vom Lager her ertönte: „Lat man sien, ick bin noch darin.“ Speckter war von einer Festlichkeit erst in der Morgenfrühe nach Hause gekommen und hatte sich in den Kleidern zu kurzem Schlummer ausgestreckt. Denn neben seiner eifrigen Teilnahme am Spiel der Kinder, half er auch mit Rat und Tat beim Spiel der Erwachsenen.
So gelegentlich des großen Schillerfestes im Jahre 1859, wo man ihn, nachdem die Berufenen versagt hatten, herbeiholte, um die lebenden Bilder zu stellen.
Die von Dr. Endrulat, dem geistigen Urheber der Feier, verfaßte Festschrift hat er dann mit Lithographien geschmückt.
Schon Jahre vorher hatte Friedrich Wilhelm IV. den Wunsch geäußert, bei einem Hoffest den „Gestiefelten Kater“ in lebenden Bildern vorgeführt zu sehen. Der preußische Gesandte, Minister von Haenlein, fuhr bei Speckter vor, um ihn dieserhalb zu einer Reise nach Berlin zu veranlassen, die aber aus Zeitmangel, wohl auch aus Bescheidenheit unterblieb.
Die Politik spielte in das gesellschaftliche Leben stark hinein und beschäftigte den Künstler leidenschaftlich und mehr, als in diesen Seiten gesagt werden kann. Mit Spannung wurden die Ereignisse auf dem Welttheater verfolgt, die damals alle deutschen Gemüter im Bann hielten.
Der überraschenden Vernichtung der dänischen Kriegsschiffe „Gefion“ und „Christian VIII.“ im Hafen von Eckernförde folgte die Eröffnung des Kriegsschauplatzes in unmittelbarster Nähe, als die Kriege von 1864 und 1866 wie prächtige Gewitter mit kurzen schnellen Schlägen daherbrausten.
Schon früher hatte Speckter sein „Politisches Glaubensbekenntnis“ abgelegt, wie er selber sein 1848 herausgegebenes Flugblatt nannte. Es trat in Bild und Wort für die Einigung der deutschen Stämme und für das Kaiserreich ein. Das von allegorischen Darstellungen und dem Geäst eines Eichbaums umrahmte Gedicht stammte von einem Verwandten, Hugo Hübbe, und begann mit den Worten: „Wir stehn in einem guten Kampf“. Während es, namentlich in der Familie, vielfach Ablehnung fand, traten Geibel, Curtius und E. M. Arndt dafür ein.
Geibel gehörte zu den Freunden des Hauses. Zum Polterabend, dem auch Jacob und Wilhelm Grimm beiwohnten, hatte er dem Brautpaare folgenden Trinkspruch aus dem Stegreif gewidmet:
Architektura baut das Haus,
Die Malerei schmückt’s lustig aus,