Sculptara stellt mit fleiß’gen Händen
Ihr Bildwerk auf an allen Wänden —
Doch soll’s im Hause wohnlich sein,
So muß Frau Minne erst hinein.
Drum sprech ich’s aus und ruf’ es laut:
„Hoch lebe Bräutigam und Braut!“
Von anderen bekannten Schriftstellern wird noch Hoffmann von Fallersleben als Gast im Hause Speckter erwähnt.
Zwischen die vielen neuen Aufgaben fiel auch ein Auftrag von Perthes, für eine Neuausgabe der Fabeln die Bilder abermals, und zwar auf den Holzstock, zu zeichnen. Speckter, der dies schon vorher für einen englischen Verlag getan, begrüßte die Aufgabe um so mehr, als er schon oft seinen Unwillen darüber geäußert hatte, mit welcher Unbekümmertheit der Verleger seine vielen Neuauflagen mit immer schlechter kopierten Bildern herunterdrucke. Daß der Künstler von diesen Auflagen, die für den Verleger ein schönes Geschäft bedeuteten, nichts hatte, verstand sich nach damaliger Rechtsauffassung von selbst, und so mußte man in dem neuen Auftrag für die Holzstöcke ein besonders gönnerhaftes Entgegenkommen erblicken.
Auf Wunsch sandte Perthes ihm von jeder bisherigen Auflage ein Exemplar, Speckter aber, durch die schlechte Ausführung angeärgert, steckte sie alle in den Ofen, da sie ihm zu minderwertig erschienen, um selbst als Geschenk für arme Kinder zu dienen.
Nicht ohne Wichtigkeit für die Beurteilung seines Werkes sind für den Kenner die Arten der Vervielfältigungstechniken. Die ersten Fabelausgaben sind in Steinradierung hergestellt. Der zweite Teil der Fabeln wurde nie von ihm selbst, sondern nach seiner Zeichnung und Anleitung von Gehilfen ausgeführt. Bei der späteren Holzschnittausgabe hat er dann beide Teile der Bearbeitung unterzogen.