Die letzten acht Lebensjahre brachten dem Künstler durch eine schmerzhafte, unheilbare Krankheit, die mit dem Absterben der Zehen begann und durch gestörten Blutumlauf veranlaßt war, viel Leid. Oft war er wochen-, ja monatelang an das Schmerzenslager gefesselt. Dazwischen kamen vom Arzt verordnete Erholungsreisen, die ihn im Jahre 1863 auch zu Fritz Reuter führten. Die beiden humorvollen art- und stammverwandten Männer fanden sich bald zusammen.

Reuter schrieb damals in Eisenach an seiner „Stromtid“ und mußte, wie er Speckter gegenüber scherzend bemerkte, darin noch „dree lütte Mätens verfriegen“.

Man vereinbarte, daß Speckter den „Hanne Nüte“ illustrieren sollte, der ja mit seinem in die Handlung verwobenen Tierleben dem Künstler einen besonders geeigneten Stoff bot.

Die in den Jahren der Krankheit entstandenen Bilder erscheinen durch sie getrübt und ermangeln der Frische der Quickbornillustrationen, mit denen sie ihrer ganzen Auffassung nach zu einem Vergleich auffordern. Doch sind auch wieder die Tierszenen äußerst gelungen und atmen einen possierlichen Humor, der sich in den zierlichen Zeichnungen für die Geschichte vom „Feldmäuschen und Stadtmäuschen“ wiederholt.

Es scheint fast, als ob es den Todkranken dazu drängte, auf dem Gebiet, auf dem er seine schönsten Leistungen gezeitigt, noch einmal ein letztes Wort zu sprechen.

Ein geplantes größeres Werk über das Leben der Tiere kam nicht mehr zur Vollendung, weil sich kein Schriftsteller finden ließ, der den Text hätte verfassen können. Das fertige Material für die Gattungen: Huhn, Katze, Storch, Elster, Rohrdommel, Gans befindet sich im Besitz der Familie. Aus ihm ist, soviel ich weiß, das erst neuerdings erschienene Katzenbuch sowie das Vogelbuch zusammengestellt, die mit ihren nach den Handzeichnungen mechanisch wiedergegebenen Strichätzungen technischer Reize ermangeln.

Bis zum Ende blieb er all seinen Neigungen und Pflichten treu, soweit sein Zustand es ihm ermöglichte.

Am letzten Weihnachtsabend machte er noch den Versuch, dem Feste, das in gewohnter Weise gefeiert wurde, beizuwohnen. Als man den Christbaum anzündete, wurde er ins Zimmer getragen. Doch bald wurde ihm der Trubel zu viel und unter Tränen meinte er zu einem Bekannten: „Sie sehen, wie glücklich ich sein könnte, und wie unglücklich ich bin.“

Sein religiöser, ja kirchlicher Sinn war stark ausgeprägt. Mit Argwohn wurde von den Angehörigen eine Neigung zum Katholizismus beachtet, die sich als aus der nazarenischen Strömung herrührend erklären läßt, der er in der Jugendzeit während seines Aufenthalts im Overbeckschen Hause nicht fern stand.

Sein vaterländisches Gefühl ließ ihn eine Überbrückung des unheilvollen religiösen Zwiespalts der beiden großen Konfessionen erhoffen und in dieser Richtung selbst Schritte tun. So fanden in seiner Wohnung Zusammenkünfte protestantischer und katholischer Geistlicher statt, die freilich erfolglos blieben.