Die Schwestern an der Tür sehen einander ins Gesicht. Alle drei sind bleich. Sie haben alles erraten, aber wagen nichts zu sagen. Erwarten.

Da ist der bekannte Schritt. Schon geht er durch die Vorhalle. Die Tür geht auf. Herein strömt der Winternacht harte Kälte. In seinem von Schnee silbern gewordenen Pelz steht Nikolai in der Türe.

Niemand fragt ihn. Er beeilt sich die vorbereitete auswendig gelernte Antwort zu sagen:

— Ich kam zu spät zum Zuge. Ich wollte nicht bis zum Morgen auf der Station sitzen. Ich habe mich entschlossen, morgen zu fahren. Der Abendzug ist bequemer. Und vielleicht überlege ich’s mir und fahre überhaupt nicht.

Und plötzlich stürzte Lydia weinend auf ihn zu und wollte etwas tränenerstickt sagen, ganz vergessend, daß die Schwestern sie hören. Doch leise wehrte er ab.

— Morgen will ich alles erklären; morgen. Ich bin heute sehr müde. Möge man mir ins Kabinett Wein bringen. Ich habe mich ein wenig im Froste erkältet. Und bitte regt mich nicht auf. Ich muß einige wichtige Briefe schreiben.

Kett und Mara waren in der Tiefe des Zimmers. Er blickte sie nicht an, doch er sah sie. Er fühlte die Notwendigkeit, auch ihnen etwas zu sagen, doch er hatte keine Worte.

Eine Minute lang erhob er den Kopf, doch den unbeweglichen Augen Maras begegnend, senkte er ihn wieder, und ging schweigend hinaus, glitt vorbei, verschwand in der Türe seines Kabinetts.

Lydia lief fort. Man hörte ihre geschäftige Stimme.

Kett schritt langsam im Saal auf und ab und wickelte sich in ihr dunkelhimbeerfarbenes Tuch.