Es war ein vielfach gewundener, breiter und tiefer Schacht. Als Max bei einer bestimmten Wendung dieses unterirdischen Ganges angelangt war, hörte er einen langgezogenen, tiefen Ton, der in ihm alte Erinnerungen weckte und seine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nahm.

»Es ist kein Zweifel«, sprach er zu sich selbst, »da herinnen wohnt ganz gewiß ein Musiker, der ein wahrer Künstler ist auf seiner Baßgeige.«

Neben dem ersten Spieler ließ sich bald ein zweiter, ein dritter, dann ein vierter und fünfter vernehmen, und durch die geräumigen Gewölbe der finstern Höhle klang eine feierliche Harmonie von Tönen im tiefsten Baß, so daß Max meinte:

»Das ist mehr als ein Künstler! Das ist offenbar die hohe Schule für Baßmusik.«

Max war entzückt über die schönen Töne und rief gleich nach der ersten Pause:

»Bravo! Bravo! Da capo!«

Nach diesem Beifall trat eine große Stille ein.

Dann aber gaben sich die trefflichen Musiker gegenseitig einige Töne an, als ob sie ihre Instrumente stimmen wollten, und endlich spielten sie mit stets wachsender Stärke die Melodie zu dem Liedchen:

»Rumpidibum, Rumpidibum,
Wer geht um, wer geht um?
Ist's ein Feind, so bleib' er fern,
Doch den Freund empfang' ich gern!
Wer steht vorm Tor,
Rumpidibum,
Der tret' hervor!«