Summ, summ, summ, summ!
Sei du ihm gut!
Dein Herz allein
Gefallen tut
Dem Blümelein.
Summ, summ, summ, summ!
Ich trag' davon
Den Gruß von dir,
Als Botenlohn
Gib Honig mir!
Summ, summ, summ, summ!«
Bei diesem fröhlichen Liedchen erzitterte die Rose leise, und freigebig reichte sie dem goldigen Insekt gerne ihre Staubfäden dar. Als ein schöner Vorrat gesammelt war, stieg die Biene aus dem Blumenkelch heraus und widmete sich, auf einem Rosenblatt stehend, mit höchster Sorgfalt einer Arbeit, der Max mit Verwunderung zusah. Geschickt streifte sie mit den zwei Vorderbeinchen den Blütenstaub ab, der sich an den dichten Härchen ihres Körpers eingepudert hatte, nahm ihn mit den beiden mittleren Beinen auf, um ihn von diesen auf das dritte und hinterste Beinpaar zu befördern. Diese waren ein Wunder an Feinheit und Zweckmäßigkeit des Baues. Sie waren dicht behaart und gestalteten sich in ihrer Mitte zu einem kleinen Körbchen. Darein sammelte das emsige Tierchen die ganze Ernte des Blütenstaubes und trug ihn nach Hause. Der entzückte Beobachter rief nun laut aus:
»Frau Biene, Sie haben wunderbare Beine! Wissen Sie das?«
Die Biene aber wandte sich dem Störenfried ärgerlich zu und herrschte ihn an:
»Hast du sonst nichts zu tun als zu gaffen?«
Bei dieser Zurechtweisung fühlte Max, wie sein Blut kochte. Er vergaß allen Anstand und erwiderte gereizt:
»Ich tue, was ich will. Und du? Was machst du?«
»Ich tue jedenfalls Besseres, ich tue meine Pflicht. Ich bin übrigens erstaunt, daß eine Ameise sich erkühnt, auf zarten Blumen herumzutrampeln. Blumen sind unser Bereich!«
Bei solchen Verweisen konnte Max nicht mehr ruhig bleiben. Er schrie die Biene an: