Der Vorschlag wurde sofort angenommen. Alle Bienen stellten sich an der einen Seite des schweren, häßlichen Körpers auf, hoben und schoben mit verdoppelten Kräften den Dieb, bis es ihnen schließlich gelang, den Koloß von der Stelle zu rücken. Nach dem ersten Ruck ließ sich unter dem Tier eine schwache Stimme vernehmen:

»Gottlob! Länger hätte es nicht mehr dauern dürfen, sonst wäre ich unter dieser Schuttmasse erstickt!«

Der mutige Großzang war unglücklicherweise unter den mächtigen Schmetterling zu liegen gekommen, als er ihm das letzte Bein abgezwickt hatte. Max half ihm hervor und rief mit feierlicher Gebärde:

»Adjutant! Du bist ein tapferer Soldat!«

»Ich folgte deinem Befehl; du hattest mich ja mit dem Verluste meiner Stellung bedroht, wenn ich diesem Frechling ein einziges Bein lassen würde.«

»Du hast männlich deine Pflicht getan; zum Lohne ernenne ich dich in Gegenwart dieses edlen Volkes zum erlauchten Grafen aller Hautflügler.«

Großzang verstand kaum die volle Bedeutung dieser Auszeichnung; so viel aber war klar für ihn, daß sein Kaiser ihm eine hervorragende Stellung im Reiche der Insekten zugedacht hatte. Untertänig stammelte er mit tiefer Verneigung:

»Majestät, ich danke!«

Der Körper des Totenkopfes war jetzt auf die Seite gerollt. Max setzte im Triumphgefühl seinen rechten Fuß auf des Tieres Kopf, wies auf die düstere, gelbe Schädelzeichnung über dem Rücken des Tieres und machte dabei die Bemerkung:

»Der ehrsame Herr – Gott hab' ihn selig! – hat allem Anschein nach bei Lebzeiten schon an seinen Tod gedacht; um uns die Kosten zu ersparen für einen Grabstein, ließ er sich die Inschrift auf den Buckel malen!«