»Freilich«, erwiderte Süßchen, »das ist ein Neubau. In Zukunft wird ein Totenkopf sich besinnen, hier einzutreten. Wir haben unser Haustor verbessert.«

»Wie ist es möglich, in einer Nacht so gewaltige Mauern aufzuführen?«

»Bei uns geht alles flink«, scherzte Süßchen. »Wir sammeln, wie du vielleicht weißt, bei den Pflanzen Harz, und dieses verarbeiten wir zu einer klebrigen Masse, dem Kittwachs. Damit streichen wir im Hause Ritzen und Löcher aus. Mit diesem Baumaterial haben wir den Eingang verengert; wir kitten damit auch unsere Waben an der Decke und an den Seitenwänden fest.«

»Welch großartige Leistung!« rief Großzang, der doch auch etwas sagen wollte, bewundernd aus. »Und mit welcher Genauigkeit und Schnelligkeit diese Veränderung ins Werk gesetzt wurde!«

»O, die Fixigkeit, die verstehen wir«, bemerkte Süßchen gutgelaunt. »Bis man sich umschaut, errichten wir Mauern, vor denen sich einer fürchten kann!«

Die Drei schritten in ihrer Besichtigung weiter. Max überzeugte sich mehr und mehr, daß es sich keineswegs um ein Haus handelte, wie Süßchen es nannte, noch um einen Palast, wie er glaubte, sondern um eine wirkliche und wahrhaft große Stadt, erbaut nach allen Regeln der Baukunst, der Gesundheitslehre und der Bequemlichkeit.

Die zwei Hauptmerkmale ihrer Bauart waren Harmonie der Linien und weise Ausnützung des Raumes.

Das ganze Innere dieser weiten Stadt bestand aus einer Unmenge von Zimmern, die alle in genau sechseckiger Form erbaut waren. An jeder Seite des Sechsecks stieß ein benachbartes Zimmer an.

»Ihr werdet wohl verstehen«, sprach Süßchen zu den beiden Ameisen, »daß das Sechseck die einzige Form ist, die uns gestattet, im gegebenen Raum die größtmögliche Anzahl von Zimmern oder, wie wir sagen, Zellen zu bauen. Jede andere Form würde für uns einen größeren Verlust an Raum bedeuten.«