Dem Kaiser der Ameisen lief ein Ehrfurchtsschauer über den Rücken.

»Adjutant!« flüsterte er Großzang zu, »der Augenblick, mich zu melden, ist gekommen. Denke genau an alle Unterweisungen, die ich dir für diese große Stunde gegeben habe.« Auf dies trat er etwas in den Hintergrund zurück. Großzang aber schritt wie ein ritterlicher Schildknappe vor die Königin und meldete mit Gesang den Herrscher an:

»Der Kaiser kommt, der Kaiser kommt!
Tralallala! Tralallala!
Gebt alle Ehre, die ihm frommt!
Tralallala! Tralallala!«

Alles schwieg. Jeder schaute erstaunt auf Max, der mit feierlichem Schritt vortrat, sich tief vor der Königin neigte und mit bewegter Stimme sprach:

»Wir, Maximilian Butziwackel I., Kaiser aller Ameisen, sind erfreut, der mächtigen, weisen Bienenkönigin Unsere Huldigung darzubringen. Wir versichern sie Unserer Freundschaft und geben Unserer Verwandtschaftstreue gebührenden Ausdruck!«

Die Königin war höchst erstaunt über dieses ihr fremdartige Gebaren der Gäste. Aber um sich die Unkenntnis der neuen Sitte nicht anmerken zu lassen, wandte sie sich mit liebenswürdigen Worten an beide Ameisen:

»Wer immer ihr seid, es ist meine Pflicht, euch vor meinem ganzen Volke meine Dankbarkeit auszusprechen für die Rettung des Bienenstaates vor einem seiner schrecklichsten Feinde. Betrachtet dieses Haus als das eure!«

Max dankte mit überströmendem Herzen und einer tiefen Verneigung. Als die Hofdamen um die Königin in respektvoller Entfernung einen Halbkreis bildeten, gab der Kaiser seinem Adjutanten ein Zeichen, wie diese zurückzutreten. Die Königin begann die Unterhaltung:

»Ich bin sehr zufrieden«, sagte sie mit gütigem Lächeln, »daß diese Gelegenheit die Ameisen und die Bienen, die beiden edelsten und verständigsten Arten der Hautflügler, einander näher gebracht hat!«