»Hoch die Königin!«
»Es lebe die Ameise mit dem Wackelfähnlein!«
Freudestrahlend wandte sich Max an seinen Adjutanten:
»Dieser Freundschaftsbund berechtigt zu großen Hoffnungen! Wer weiß, ob nicht doch noch meine Stunde schlägt!«
»Ach, alles recht!« flüsterte Großzang ihm zu, »aber mein Magen brummt, und ich hoffe nur auf die Stunde, in der es was zu essen gibt!«
37. Das Geheimnis der Muskatellertraube.
In der schönen, großen Bienenstadt, wo es an nichts fehlte, inmitten eines lieben, bescheidenen Volkes, führten die zwei Ameisen ein stilles, süßes Leben.
»Ein Dasein, so süß wie Honig«, verglich Großzang; denn für Honig hatte er ein ganz außerordentliches Verständnis. Dankbar für die erwiesenen Wohltaten hatten die Bienen den beiden Gästen eine leere Kammer zur Verfügung gestellt, wo auf einem Tischchen, das Max aus einem Kürbiskern gefertigt hatte, dreimal des Tages ein Mahl aufgetragen wurde, das wirklich eines Kaisers würdig war. Einmal bereitete Süßchen für die beiden Gäste einen Königinnenbrei, ein ausgezeichnetes Gericht, das noch viel besser schmeckte als der gewöhnliche Honig. Kaum hatte der schleckige Adjutant davon gekostet, so rief er schon:
»Das bestelle ich für alle Tage.«