»Das geht nicht«, wehrte Süßchen. »Diese Speise enthält mehr Zucker und andere kostbare Nährstoffe. Sie ist durch ihren hohen Nährwert bestimmt, die ausschließliche Nahrung solcher Larven zu sein, die Königinnen werden sollen.«
»Aha«, begriff Max, »der Brei hat ganz besondere Kraft?«
»Gewiß. Die Art der Nahrung ist von großem Einfluß auf die Entwicklung der Larven. In gewöhnlichen Zellen speisen die Larven die alltägliche Mahlzeit, und es kommt eine Arbeitsbiene hervor. In den königlichen Gemächern wird der besondere Futterbrei aufgetragen, und dabei entwickelt sich eine Königin, die wegen der kraftvollen Speise größer wächst wie wir und in ihrer größeren Zelle auch Platz zum Größerwerden hat. Gäben wir den Arbeiterlarven nur diese Speise, bekämen wir lauter Königinnen.«
Max sperrte den Mund und alle hundertdreiundzwanzig Augen auf. Es wurde ihm furchtbar unbehaglich zumute, und er fragte vorsichtig ängstlich:
»Süßchen, könnte es am Ende dahin kommen, daß ich eines Tages Hunderte von Eiern legen müßte, weil ich von der Wunderspeise gegessen habe?«
Süßchen lächelte bloß über einen so sonderbaren Einfall.
»Süßchen, um des Himmels willen, antworte! Ich fühle schon etwas Ungewöhnliches in mir vorgehen. Heiliger Gott, hilf! schnell! Ach, ein solcher Verrat wäre gräßlich!«
Als Süßchen sah, daß Max ganz außer sich kam vor Angst und Unruhe, sagte sie tröstend:
»Was du dir einbildest! Diese Speise kann doch bei Ameisen nicht die gleiche Wirkung haben wie bei Bienenlarven.«