Max, der sich schon verurteilt gesehen hatte, bis zum Ende des Sommers fünfzehntausend Eier legen zu müssen, holte einen tiefen Seufzer der Erleichterung aus seiner Brust. Dann bat er, lieber doch keinen Königinnenbrei mehr zu bringen, – man könnte doch nicht sicher wissen, wie er wirke. Das war aber nicht nach dem Wunsche des hungrigen Herrn Grafen Großzang.

»O wie schade«, rief er mit aufrichtigstem Bedauern, »für jeden Mundvoll dieser Götterspeise verpflichte ich mich, von früh bis abends Eier zu legen!«

Da strafte ihn Max mit einem strengen Blick und rief:

»Schäme dich! Ein kaiserlicher Flügeladjutant und solche Pläne! Das müßte sich gut ausnehmen! Dich muß ich einmal ordentlich vornehmen und einige neue militärische Übungen machen lassen!«

Seit sich Kaiser Butziwackel im Bienenhaus befand, inmitten eines Volkes, das seiner Königin treu ergeben war, seitdem er gar das Vertrauen dieser hohen Frau besaß, war aller kindischer Ehrgeiz in seinem Ameisenkopf aufs neue erwacht. Es reiften daraus die wunderlichsten Pläne zukünftiger militärischer Abenteuer, von glorreichen Unternehmungen, Eroberungen und Verbesserungen im Reiche der gesamten Insektenwelt; Süßchen, die sich zwar all diesen geäußerten Träumen gegenüber kühl und ablehnend verhielt, fühlte sich trotzdem geschmeichelt durch Maxens Anspielung, daß sie eines Tages zur Herzogin erhoben werden solle, um die oberste Verwaltung über sämtliche kaiserliche Vorratskammern zu führen. Um Max zufriedenzustellen, hatte sie ihm aus gelbem Wachs und braunem Kittwachs nach seinen Anweisungen eine schöne Kaiserkrone verfertigt sowie auch zwei prachtvolle Harnische. Einen für Max, den anderen für seinen Adjutanten.

In dieser kriegerischen Rüstung wurde täglich feierliche Heerschau gehalten, wobei Max seinem einzigen Offizier und Soldaten befahl:

»Abzählen! zu zwei!«

Und Großzang zählte: