Max begriff nichts. Aber gewiß handelte es sich um große Dinge im Staat. Er suchte daher Süßchen auf, um es zu befragen; aber in der wirren Menge konnte er sie nicht finden. Er verlangte Auskunft von andern Bienen, aber sie antworteten ihm nicht. Sie waren alle zu erregt, zu beschäftigt mit eigenen Gedanken, um auf ihn zu achten.

Max ging jetzt auf sein Zimmer und blieb dort in schweren Gedanken. Hier traf er mit Unwillen Großzang, der, aller höheren Interessen bar, die Reste des Muskatellerhonigs verzehrte.

»Unglückseliger!« rief er, »wie kannst du jetzt noch deinem unersättlichen Magen dienen, wo draußen das ganze Volk in hellem Aufruhr tobt!«

Der Adjutant stand mit offenem Munde vor Staunen da. Dann gab er sich einer letzten Versuchung hin und rief:

»Majestät, noch einen Mundvoll, dann komme ich sofort!«

Max aber, auf dem Gipfel seines Zornes, ergriff ihn an der Gurgel, schüttelte ihn heftig und schrie:

»Wenn du diesen Mundvoll hinunterschluckst, dann sollst du mich kennenlernen!«

Er ließ ihn nicht eher los, bis er den schönen Mundvoll herausgegeben hatte.

»Was gibt's denn?« stammelte Großzang, sobald er wieder Atem bekam. »Sind denn alle verrückt geworden in dieser Stadt?«