»Ich vermute, in einen Bienenkasten, den Menschen gebaut haben, um den Honig ernten zu können.«
»Spitzbuben!« schrie Großzang, der die Sache vom Ameisenstandpunkt aus betrachtete. »Schämen diese großen, dicken Menschen sich denn nicht, von der Arbeit winzig kleiner Geschöpfe zu leben? Solche Schmarotzer sollte es nicht geben!«
Max schwieg betroffen. Auch war die Reise zu unbequem zum Plaudern. So oft der Fuß, auf dem sie saßen, auf die Erde stapfte, gab es beiden einen solchen Ruck, daß sie sich kaum im Gleichgewicht halten konnten, um nicht herunterzupurzeln.
»Wir müssen einen sicherern Platz suchen«, entschied Max. »Hier ist scheint's dritter Klasse; wir wollen sehen, ob es uns nicht gelingt, in ein Abteil erster Klasse zu gelangen.«
Gefolgt von Großzang hielt er sich an den Hosen des Mannes fest, überschritt sodann kühn wie ein Seiltänzer ihren unteren Saum, kletterte außen empor bis zur Jacke und stieg an dieser hoch, bis er den Rockkragen erreicht hatte.
»Hier sitzt man gut«, rief er. »Es ist zwar ein bißchen schmierig; für erste Klasse dürfte es sauberer sein. Der Mann, der diesen Kragen trägt, hält nicht viel auf Reinlichkeit!«
Er hatte kaum diese Betrachtung angestellt, als er ganz nahe über sich, mitten in einem Walde von roten Haaren, ein graues Tier sah, das neugierig auf die beiden Ameisen herunterschaute.
»Heda!« bemerkte es mit bissigem Ausdruck, »was wollt ihr hier oben? Das ist mein Feld. Wißt ihr, wer ich bin?«
»Um Gottes willen, sag' es lieber nicht!« sprach Max mit Ekel, »es ist zwar das erste Mal, daß ich dich sehe, allein ich erkenne dich nach dem Orte, wo du wohnst!«