»Oje! du brauchst dich nicht so zu zieren«, sagte die Sprecherin, streckte ihren Leib aus dem zerrauften roten Wald heraus und klammerte sich dabei mit scharfen Krallen am Ende eines Haares an; »ich gehöre zu einer Insektenart, die geradesoviel gilt wie die deine!«

»Sag's nochmal, so will ich es glauben«, spöttelte Max.

»Jawohl! Was bildest du dir ein? Ich bin eine brave Laus, und in meiner Ordnung gibt es berühmte Gesangskünstler, die Zikaden, kühne Seefahrer, die auf dem Wasser gehen können, wie der Wasserläufer, berühmte Maler, die das Geheimnis einer herrlichen Farbenbereitung besitzen, die Kochenille; auch schimmernde Sterne gibt es bei uns, die Licht verbreiten – die Laternenträger!«

»Kann sein«, erwiderte Max unwirsch; »ich kann mir denken, wie diese guten Leute sich schämen, mit dir verwandt zu sein!«

»Oho! Ihr Ameisen schämt euch aber nicht, soviel ich weiß, meine Verwandten, die Blattläuse auszusaugen, die ihrerseits den Pflanzen den gleichen Dienst erweisen wie wir den Menschen.«

»Saubere Dienste!« höhnte Max.

»Sauber oder nicht! Ich sage dir nur, wenn du noch weiter da heraufspazierst, rufe ich meine sämtlichen Kinder herbei, dann kannst du etwas erleben.«

»Ha, ha, Kinder hast du auch?«

»Das wollte ich meinen«, sagte das graue Weiblein stolz; »ich kann fünfzig Eier legen in einem Tage.«