Max ging voll Neugier auf seine mütterliche Lehrerin zu, schaute ihr in die Augen und rief:

»Mein Gott, das sieht ja aus wie ein feines Netz!«

»Ganz richtig, unser Auge, aus vielen kleinen sechseckigen Augen zusammengesetzt, heißt darum auch Netzauge; Gelehrte nennen es Facettenauge. Doch sollst du dich über die Menge der Felder in meinem Auge nicht zu sehr wundern. Wir haben nicht viele, nicht einmal hundert.«

»Wie, das heißt wenig?«

»Im Vergleiche zu andern Insekten wohl. Solche Insekten, die in der Luft leben, würden mit hundert kaum zufrieden sein. Fliegenaugen haben etwa viertausend solcher Facettenaugen.«

»Viertausend!«

»Libellen haben mehr als zwölftausend.«

Es ist kein Wunder, daß Max mit seiner Vorstellungskraft Fuskas Belehrung kaum mehr folgen konnte, als sie noch weiter erzählte:

»Ein Insekt gibt es, das heißt Dolchwespe. Die Augen dieser Dolchwespe sind genau genommen fünfundzwanzigtausend Äuglein. – Gelt, da staunst du?«

Max fand tatsächlich keine Worte, um sein Erstaunen auszudrücken. »Wenn diese Dolchwespe kurzsichtig würde«, dachte er, »dann bräuchte sie alle Brillen der Welt für sich allein.« Fuska würde seinen witzigen Gedanken doch nicht verstehen; er verschwieg ihn mit halbem Bedauern und fragte weiter: