»Sie hüten als Schildwachen unser Haus und rufen sofort im Falle der Gefahr diejenigen an, die bei der Arbeit sind.«

»Ich will auch eine Schildwache werden!«

»Ohne Zweifel kannst du das, denn du scheinst eine kräftige, gesunde Ameise zu werden und hast alle Eigenschaften eines guten Soldaten in dir.«

»Soldat! Soldaten gibt es auch bei den Ameisen? Juhe! – Hurra!«

»Im Notfalle kämpfen wir wohl alle, aber in unserer Familie sind die kräftigsten Arbeiter mit starkem Kopf und den mächtigen Kieferzangen besonders zum Kriegsdienst geeignet.«

»Beim ersten Kampfe«, rief Max voll Begeisterung, »schwöre ich, daß ich es zum General bringen will!« Indem er dies sagte, hob er sein rechtes Vorderbeinchen zur Stirne empor und grüßte die Wachen stramm militärisch.


10. Im Kuhstall der Ameisen.

Während sie beide die entlegensten Winkel des Hauses besuchten, konnte sich Max von der Weitläufigkeit des Baues überzeugen. Es gab weite Gemächer, die mittels Gängen und Gräben in Verbindung standen. Alle mündeten sie in einen großen Saal im Mittelpunkt des Hauses. Wenn die Tageshitze am größten war, vereinigten sich hier in ihren Ruhestunden die Bewohner. In den weiten, dunklen, von Säulen und Pfeilern gestützten Gewölben tastete Max sich mit seinen feinen Fühlern sicher vorwärts und bewunderte überall die geistreiche Anlage des schönen Baues.